Steirisches Kürbiskernöl aus dem Burgenland? Ja, das gibt es. Doris Kollar-Lackner aus Kukmirn hat sich dieser Delikatesse verschrieben. Ist ihr Kürbiskernöl das beste? Vielleicht. Das schönste ist es auf alle Fälle. Wir haben die fesche Landwirtin besucht und ihr Öl probiert.

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Sanfte Hügel, weite Felder, viel Natur, wohin der Blick auch schweift. Nicht nur landschaftlich gibt es in der Thermenregion zwischen dem Südburgenland und der Oststeiermark einiges zu entdecken. Auch lukullische Erkundungstouren werden hier reichlich belohnt.

Lokalaugenschein in der 2.000-Seelen-Gemeinde Kukmirn im Bezirk Güssing. Sie gilt als das Apfeldorf des Burgenlands – zumindest bis jetzt. Denn es ist der Kürbis oder besser ­gesagt das Öl aus dessen Kernen, das immer öfter in einem Atemzug mit dem Ortsnamen genannt wird. Eigentlich nur logisch, denn den wild wachsenden Kürbisgewächsen, lateinisch Cucumis, verdankt Kukmirn seinen Namen. 1185 wurde dieser erstmals urkundlich erwähnt.

Ein Öl, das deinen Namen trägt

Wir treffen Doris Kollar-Lackner (47), die hier, im Landwirtschafts­betrieb ihrer Familie, leidenschaftlich hochwertigstes Kürbiskernöl in edle Flaschen abfüllt – und die tragen ihren Namen. Schlicht „Doris“ nennt sie ihr steirisches Kürbiskernöl, das ja eigentlich aus dem Burgenland stammt. Die fesche Landwirtin in fünfter Generation, die als Kind quasi auf den Kürbisfeldern aufgewachsen ist, klärt uns auf. „Unsere Felder befinden sich ausschließlich im geografisch geschützten Anbaugebiet für Kürbiskerne, kurz g.g.A. Daher dürfen sie auch ,steirische ,Kürbiskerne‘ genannt werden. Wir verarbeiten zu 100 % eigene Kerne. Von der Ernte bis zur Trocknung erfolgt alles bei uns daheim im Betrieb. Zur Pressung liefern wir die Kerne in die Steiermark, wo sie in zertifizierten Pressen zu steirischem Kürbiskernöl verarbeitet werden. Weil in der Steiermark selbst wachsen ja nie so viele Kürbisse, wie sie an Kürbiskernöl verkaufen.“

Die zwei haben sich gefunden

Ihr Ehemann Alfred Kollar (56), Geschäftsführer der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft, unterstützt die leidenschaftliche Landwirtin bei der Positionierung und Vermarktung des Kürbiskernöls nach Kräften. Dass hier zwei an einem Strang ziehen, wird sofort spürbar. Verheiratet sind die beiden seit vier Jahren, jeweils in zweiter Ehe. „Mit Doris habe ich eine Frau gefunden, die auf meinem Energielevel unterwegs ist“, sagt Alfred Kollar. „Früher musste ich mich rechtfertigen, wenn es im Job wieder einmal später wurde. Das ist heute ganz anders, weil Doris selbst irrsinnig aktiv ist. Gemeinsam eine Idee zu realisieren, macht natürlich doppelt Freude.“

Mit vollem Elan arbeiten Doris und Alfred an der Positionierung des schwarzen Goldes aus Kukmirn. Ob zu hoher Cholesterinspiegel, Probleme mit der Prostata oder ­Blasenschwäche – Kürbiskernöl ­besticht nicht nur durch seinen ­unvergleichlich rauchig-nussigen Geschmack, ihm werden auch zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt.

Alle lieben „Doris“

Doch nur ein gutes Produkt alleine, da gibt sich Doris Kollar-Lackner keiner Illusion hin, wäre zu wenig. Kluges Marketing macht ihr Kürbiskernöl zum Lifestyle-Produkt. „Sicher ist unser Kürbiskernöl sehr gut, aber man darf nicht vergessen, dass es auch andere sehr gute Öle hier in der Gegend gibt. Zu sagen ,Meines ist das beste‘, wäre vermessen. Ich habe ein sehr, sehr gutes Kürbiskernöl, aber das haben eben andere Landwirte auch. Dennoch muss sich mein Produkt irgendwie von den anderen abheben. Und wie unterscheidest du dich idealerweise, wenn nicht über den Inhalt? Natürlich über die Verpackung. Ich wollte kein 08/15-Gebinde, sondern Flaschen gestalten, die ein besonderer Blickfang sind. Das ist mir, glaube ich, ganz gut gelungen.“

In der Tat sind die stylischen Flaschen zu 250, 500 und 750 Milliliter (€ 8,50 bis € 21,50) ein Blickfang auf jedem Tisch und Teil der italophilen Leidenschaft der Landwirtin. „Diese Flaschen habe ich wirklich ewig ­gesucht. Das sind italienische ­Olivenölflaschen. Ich liebe Italien, das Land, die Menschen, das Essen, einfach alles.“ Das Kürbiskernöl von Doris wird aber nicht nur von design­affinen Genießern geschätzt. Auch die Buschenschanken der Umgebung verfeinern ihre Schmankerln gerne mit dem Kukmirner Kürbiskernöl in klassischen Literflaschen oder im Großgebinde. Sogar die Spitzengastronomie ist von „Doris“ begeistert. Haubenkoch Philipp Kroboth ist einer von ihnen.

In seinem Güssinger Lokal „Die Kanzlei“ lässt uns der studierte Jurist, der hier seine wahre Leidenschaft zum Hauptberuf gemacht hat, verkosten. Eine klassische Eierspeise mit Grammeln, etwas Kren, natürlich einem kräftigen Schuss Kürbiskernöl und dazu ein Glaserl Grüner Veltliner „Am Berg“ von Bernhard Ott. Besser geht’s eigentlich nicht. Einfach himmlisch.

Jetzt wird wieder geerntet

Die heurige Ernte steht übrigens bereits vor der Tür. 30 Hektar Kürbis wurden angebaut. Ab Anfang September werden diese geerntet. Einen Gutteil der Ernte will Doris Kollar-Lackner für ihr eigenes Öl pressen lassen. Pro Kilogramm beträgt die Ausbeute bis zu 45 % an edlem Öl. Wesentlich für die Qualität des Endprodukts ist freilich auch die Kürbissorte. „Wir setzen unter anderem auf die Kürbissorte Rustikal“, sagt Doris Kollar-Lackner. „Diese Sorte ist vom Geschmack her eine der besten. Das sind ­relativ kleine Kürbisse mit einer dünneren Schale, die man gut ver­arbeiten kann. Früher haben sie ja richtige Wascheln angebaut, mit dieser Sorte fällt die Ernte wesentlich leichter.“

Erhältlich sind Doris’ Köstlichkeiten rund um den Kürbis über ihren Webshop sowie u. a. in den Ab-Hof-Shops „Schnapsbrennerei Lagler“, „Edelbrände Freißmuth“ (beide Kukmirn) und „Die Ratschen Wachter-Wiesler“ (Dt. Schützen). Alle Vertriebs­stellen gibt’s online auf www.agrarhandel-lackner.at.

Neben dem Kürbiskernöl gibt es unter der Marke „Doris“ auch ein hausgemachtes, edles Kürbiskernpesto. Noch heuer soll die Produktpalette weiter wachsen. Kürbiskerne geröstet und gesalzen beziehungsweise mit Schokolade überzogen werden noch im Herbst vorgestellt. Wir freuen uns darauf.

Kollar-Lackner Landwirtschaftsbetrieb

Parkstraße 35
A-7543 Kukmirn
Mobil: 0664/206 40 33
Tel. 03328/322 83
E-Mail: office@agrarhandel-lackner.at
www.agrarhandel-lackner.at

TEXT: Christoph Berndl, FOTO: Tanja Hofer

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