Uraufgeführt 1941 in New York, kommt eine charmante Krimikomödie heuer auf die Bühne der Schloss-Spiele in Kobersdorf. Von 3. bis 29. Juli 2018 regieren hier Mordlust, Wahnsinn und ganz viel Spaß unter der Leitung von Wolfgang Böck.

„Leichen in unserem Keller“, so sollte die populärste Kriminalkomödie aller Zeiten eigentlich heißen. Da klingt „Arsen und Spitzenhäubchen“ doch ein wenig freundlicher. Am 3. Juli feiert die gruselige Komödie von Joseph Kesselring Premiere bei den Schloss-Spielen Kobersdorf. Intendant Wolfgang Böck ist heuer jedoch vor einige Herausforderungen gestellt. Dass einige Leute die Krimis aus alten Filmzeiten offensichtlich vermengen – „Ah ja, der Film mit der Miss Marple, des schau I ma an!“ –, ist aber nur eine witzige Anekdote am Rande.

Ein weltbekanntes Stück auf die Bühne zu bringen, scheint für den Publikumsliebling Wolfgang Böck in diesem Fall auch kein Problem darzustellen: „Da der Film nicht wirklich brandaktuell ist, glaube ich nicht, dass der Vergleich zum Tragen kommt. Ich sehe es eher als Werbung für unsere wunderbaren Schloss-Spiele!“

Auf das Timing kommt es an

Seit beachtlichen 77 Jahren läuft das Stück auf allen Bühnen rund um den Erdball und ist vor allem aus dem Film mit Cary Grant, Josephine Hull und Jean Adair (nicht Miss Marple) weltbekannt. Werner Prinz zeichnet für die Inszenierung auf der Bühne in Kobersdorf verantwortlich und nennt es augenzwinkernd eine „großartige Komödie, die eigentlich ein Kammerspiel ist“. Die Geschichte um Mortimer Brewster und seine schrulligen „Mördertanten“ Abby und Martha Brewster stellt den bühnenerfahrenen Werner Prinz daher auf eine harte Probe: „Dieses Stück erfordert eine gewisse Intimität, was schwierig ist, auf so einer riesigen Bühne wie in Kobersdorf!“ Eine komplett andere Fassung musste er erstellen, damit die notwendige Dynamik und der Rhythmus nicht verloren gehen. Das Ensemble probt bereits emsig in einer großen Halle, um alle Abläufe, Schritte und das Timing exakt einzustudieren. „Das Stück ist hervorragend besetzt, weswegen ich sehr zuversichtlich und happy bin, was ich sonst eher selten bin“, erzählt er euphorisch.

Licht aus in Kobersdorf

Es beginnt zwar ganz nett, wird aber irgendwann etwas gruselig. Das klingt nach viel Spannung und vor allem unheimliche Dunkelheit. Davon hat man aber nicht viel im burgenländischen Sommer – auch nicht um 20.30 Uhr abends. Damit stehen sie vor der nächsten Herausforderung. Wo kriegt man Dunkelheit her um diese Zeit? Erich Uiberlacker, Herr über Bühnenbild und Lichtgestaltung, hat dafür mit Intendant Wolfgang Böck etwas ausgetüftelt. Man darf also gespannt sein. Wer’s kennt und alle, die es nicht kennen – das Stück verspricht ein Garant für Gänsehaut, viel Spaß und Spannung zu sein.

Eine gruselige Bande

Volles Vertrauen der Produzenten genießt das Ensemble, das aus vielen in Kobersdorf bekannten Gesichtern besteht. Gertrud Roll (Martha Brewster) und Erika Mottl (Abby) geben die beiden mordenden Tanten. Letztere hat bereits 1977 das erste Mal in Kobersdorf gespielt. Die Neffen Mortimer und Jonathan Brewster werden gemimt von Ale­xander Jagsch und Clemens Aap Lindenberg und der verrückte Teddy vom Intendanten selbst: Wolfgang Böck. Als Dr. Herman Einstein erscheint Kobersdorf Urgestein Wolf Bachofner, ebenfalls bekannt aus der Serie „Schnell ermittelt“. Weitere Bekannte aus Kobersdorf sind An­drea Köhler und Michael Reiter – sie spielen Officer Klein und Mr. Gibbs. Neulinge auf der Bühne der beliebten Schloss-Spiele Kobersdorf sind Dagmar Bernhard (Ellen Harper) und Lisa Stern (Officer O’Hara).

Mehr zum burgenländischen Kultursommer

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FOTO: VOGUS

Schloss Spiele Kobersdorf

Prof. Martha-Bolldorf-Platz 1 (ehem. Schlossgasse 1)
7332 Kobersdorf

Schloss Spiele Kobersdorf

Schloß 1, 7332 Kobersdorf, Österreich

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