Am 31. Juli 2016 ist mit Alfred „Gigi“ Ludwig bei Österreichs -größtem Sport-Fachverband eine Legende in Pension gegangen. Der Generaldirektor des ÖFB kann auf eine 35-jährige Amtszeit zurückblicken. Mit Thomas Hollerer und Bernhard Neuhold wurde der Posten jetzt auf zwei Personen aufgeteilt.

Das ÖFB-Team hatte bei der Euro 2016 in Frankreich nichts zu feiern. Für ÖFB-Generaldirektor Alfred „Gigi“ Ludwig war es natürlich etwas ganz Besonderes, nach dieser Euro in Pension zu gehen. Immerhin stand er 35 Jahre im Dienste des Fußballbunds. Jetzt darf er seine verdiente Pension genießen. Dafür hat der ÖFB „zwei Neuzugänge“ zu vermelden – allerdings aus den eigenen Rängen. Mit Thomas Hollerer, fungiert als Generalsekretär, und Bernhard Neuhold, Geschäftsführer der Austrian Football Marketing GmbH (ab 1. Jänner 2017 ÖFB Wirtschafts­betriebe GmbH), werden künftig zwei altbekannte Mitarbeiter die neue Doppelspitze des ÖFB bilden. Hollerer hat sich auch noch gleich Teamchef Marcel Koller angeboten. „Da ja Christian Fuchs nicht mehr im Team ist, könnte ich seine Position einnehmen“, scherzte Generalsekretär Thomas Hollerer beim Interviev mit schau tv, „aber ich glaube, auf den Anruf von Teamchef Marcel Koller werde ich ver­gebens warten.“

Neue Doppelspitze setzt auf das Vieraugenprinzip

Neuhold und Hollerer werden nach dem Vieraugenprinzip kooperieren und künftig auch als Stellvertreter des jeweils anderen einspringen. Wichtig dabei ist, dass sowohl Neuhold als auch Hollerer in beiden ÖFB-Bereichen zeichnungsberechtigt sind. „Damit soll gewährleistet sein, dass nicht zwei Rechtskörper entstehen, die gegeneinander arbeiten oder miteinander existieren“, erklärt Neuhold. „Das Ziel ist vorrangig, das Unternehmen ÖFB weiter erfolgreich zu führen und Mittel zu erwirtschaften, um die sportliche Struktur entsprechend versorgen zu können. Wir werden vieles aus der Vergangenheit weiterführen, aber natürlich auch ver­suchen, eigene neue Ideen reinzubringen und Optimierungen zu schaffen. Wir werden aber sicherlich nicht alles in Frage stellen und alles über den Haufen schmeißen. Wir wollen das bestmögliche Ergebnis für den ÖFB erzielen.“

Probleme mit der Zusammenarbeit mit Thomas Hollerer sieht Neuhold keine – immerhin sind beide über zehn Jahre beim ÖFB und seit knapp sieben Jahren in der Position eines Direktors tätig: „Wir haben ein absolut partnerschaftliches und kollegiales Verhältnis. Wir sind uns bewusst, dass wir die Umstrukturierung nur gemeinsam bewerkstelligen können.“ In einer Sache sind sich Neuhold und Hollerer bereits einig – beide spendeten ihrem Vorgänger und scheidenden General­direktor Gigi Ludwig Lob: „Er konnte durch seine Kontakte und langjährige Erfahrung viele Erlöse lukrieren. Der ÖFB ist unter ihm sogar in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gewachsen“, betonte der 41-jährige Thomas Hollerer. Auch ÖFB-Präsident Leo Windtner glaubt an eine positive Zukunft mit der neu formierten Doppelspitze: „Wir wollen die Performance sportlich und wirtschaftlich steigern. Das wird nicht einfach, aber es gibt auch Luft nach oben. Im Marketing und Merchandising müssen wir nach­setzen. Nicht, weil es bisher schlecht war, sondern weil sich der Markt permanent ändert.“

Anfang September startet die WM-Qualifikation für Russland

Sportlich geht es für das ÖFB-Team mit der WM-Qualifikation für Russland 2018 weiter. Das erste Spiel findet für Goalie Robert Almer & Co. am 5. September in Georgien statt. Bis dahin muss Teamchef ­Marcel Koller nicht nur einen neuen Kapitän finden, sondern auch die Mannschaft wieder aufrichten. Vielleicht spukt ja in vielen Köpfen noch der verpatzte Auftritt bei der EM in Frankreich im Kopf herum. „Es wäre natürlich sehr gut, wenn wir ­einen positiven Start hinlegen in der WM-Qualifikation. Vielleicht wird die WM-Qualifikation ähnlich erfolgreich wie die für die EURO 2016 in Frankreich! Die besten Fans ­haben wir auf alle Fälle – das haben wir schon in Frankreich erlebt.

TEXT: Marco Cornelius, FOTO: Reiner Riedler

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