Sein rotes Kapperl kennt man nicht nur im ganzen Land, sondern rund um die Welt. Vielen Österreichern gilt er gar als nationales Heiligtum. Formel-1-Legende Niki Lauda (68) ist im Laufe der Jahre zu einer der bekanntesten „Marken“ made in Austria geworden. Er selbst hatte das aber nie im Sinn, wie er im schau-Interview verrät.

Wo er auftaucht, sind alle Kameras auf ihn gerichtet. Obwohl seine Zeit als aktiver Fahrer in der Königsklasse des Motorsports schon lange zurückliegt (1971–1985), hat sich Niki Lauda mit seinen drei Weltmeistertiteln einen Fixplatz in den österreichischen Geschichtsbüchern gesichert. Sein Horror-Crash beim Großen Preis von Deutschland, am 1. August 1976, überlebte Lauda nur knapp und mit schwersten Verbrennungen am Kopf. Seither ist das Kapperl sein ständiger Begleiter und avancierte bald zu einer der wahrscheinlich teuersten Werbeflächen des Landes. Im Formel-1-Zirkus ist „Niki Nazionale“ bis heute erfolgreich aktiv.

Wir treffen Niki Lauda am Rande der Eröffnung des weltweit vierten Flagship Store der Edel-Manufaktur MAYBACH in Wien (mehr in schauschau auf Seite 96). Im Palais Erdődy-Fürstenberg in der Wiener Innenstadt findet man ab sofort ­Luxuswaren von der Sonnenbrille über die Handtasche bis zum Reitsattel, denn die edle Ledertapezierung der ersten Maybach-Fahrzeuge wurde einst von Sattlern aufwendigst gefertigt.

schau: Was bedeutet für Niki Lauda Luxus?

Niki Lauda: Wenn ich Freizeit habe, mit der ich machen kann, was ich will. Das ist Luxus für mich.

Legen Sie großen Wert auf bekannte Marken, zum Beispiel bei der Kleidung?

Nein, das ist mir ganz egal. Ich ziehe das an, was mir gefällt, und lege keinen Wert darauf, mich auf übertriebene Art und Weise darzustellen.

Wie wichtig ist es, dass bei einer Marke die Qualität passt?

Die Qualität muss immer passen, weil sonst kann eine Marke gar nicht bestehen, das ist gar keine Frage. Das funktioniert sonst nicht. Ich kenne natürlich viele Marken, aber ich bleibe lieber erdbezogen. So fahre ich jetzt zum Beispiel einen bescheidenen Mercedes, C-Klasse. Das ist der kleinste, den es gibt, von AMG natürlich. Der hat nur zwei Türen und vier Sitze, die Zwillinge passen hinten gerade hinein. Das ist mir eigentlich das Liebste.

Sie sind mitunter auch im E-Smart unterwegs. Wird sich die E-Mobilität durchsetzen oder geht es eher Richtung Wasserstoff?

Ja, einen E-Smart habe ich auch. Die E-Thematik setzt sich mit ­Sicherheit durch. Es dauert zwar noch – ja. So lange, bis die Autos 500 Kilometer weit fahren können. Aber an dem wird ja gearbeitet. Ab 2020 bis 2022 wird es, sage ich, 20 bis 30 Prozent E-Autos geben.

Wie wichtig ist Ihnen die Umweltthematik auch für die Zukunft der eigenen Kinder?

Na logisch ist mir das wichtig. Man muss alles dafür tun, dass die Kinder gesund weiterleben können.

Wie wurde eigentlich Niki Lauda selbst zur Marke?

Ich habe keine Marke gebildet. Ich habe nur mein Leben gelebt, auf meine Art, und wollte nie eine Marke sein. Also bin ich auch kein Maybach, in diesem Sinne, sondern ich habe einfach die Dinge getan, die ich tue. Irgendwo bin ich so für manche Menschen vielleicht zur Marke geworden, aber das war nie mein Plan.

Ist es wichtig, mitunter auch zu polarisieren, um aus der Masse hervorzustechen?

Das Wichtigste ist, so glaube ich einmal, dass man nicht übertreibt, sich selber zu inszenieren. Da gibt es sehr viele Typen hier in Österreich und auf der ganzen Welt, das ist grundsätzlich falsch. Wenn wir gefragt werden, also jeder von uns, der sich ein bisserl auskennt und eine Persönlichkeit ist, dann hat er seine eigene Meinung. Das hat der Gabalier gemacht, das mache ich persönlich auch und so soll das funktionieren. Aber ich will mich jetzt nicht überall einmischen. Wenn ich gefragt werde, dann gebe ich eine Antwort. So wie Ihnen.

Was soll von Niki Lauda überbleiben, als sein Vermächtnis?

Dass man sich an mich erinnert, das ist relativ einfach. Es gibt leider Menschen, die sterben, an die ­erinnert man sich nicht. Und es gibt andere, die haben halt irgendetwas geleistet, was die Menschen interessiert hat, und die vergisst man dann nicht. Das heißt, dass die die für mich wichtigsten Leute sind. Die, die sterben und weiterleben.

Worauf sind Sie in Ihrem Leben am meisten stolz? Gibt es irgendein besonderes Ereignis? Woran soll man sich bei Niki Lauda erinnern?

Nichts Spezielles, gar nichts. Ich versuche mein Leben geradeaus zu leben und weiß nicht, was noch alles kommen kann. Also, ich bin – hoffentlich – authentisch.

Vielen Dank für das Gespräch!

Wer ist Niki Lauda?

Niki – eigentlich Andreas Nikolaus – Lauda ging zwischen 1971 und 1985 in der Formel 1 an den Start und verunglückte in der Saison 1976 schwer. Dieses Ereignis steht auch im Zentrum des Kinofilms „Rush – Alles für den Sieg“ (2013). In seiner Fahrerkarriere wurde Lauda drei Mal Weltmeister. Außerdem machte er als Unternehmer, u. a. als Airline-Betreiber, Karriere. Auch in der Formel 1 war er weiterhin tätig, etwa bei Ferrari und Jaguar. Ende September 2012 wurde er zum Aufsichtsratsvor-sitzenden des Mercedes-Formel-1-Teams -berufen und erwarb -Anfang 2013 10 % der Anteile an dem Rennstall. 2016 bekam Niki Lauda bei den Laureus World Sports Awards den Preis für sein Lebenswerk.

TEXT: Christoph Berndl, FOTO: Kristian Bissuti

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