Kaum wo in Österreich sind die kulturellen Aktivitäten in Hinblick auf die Einwohnerzahl stärker ausgeprägt als im Burgenland. Jetzt entsteht, durch die Zusammenlegung von den fünf Kulturzentren mit der Landesgalerie und den Museen zu den Kulturbetrieben Burgenland (KBB), eine weitere Säule rund um kulturelle Leistungsbündelung.

Liszt Festival, Seefestspiele Mörbisch, Kobersdorf, an die 15 eigenständige Locations, die unter dem gemeinsamen Label „Bühne Burgenland“ quer durchs Land einladen, und ein breites Spektrum an Events in den Kulturzentren und Museen ziehen nicht nur Gäste aus der Region an, sondern sind längst zum Geheimtipp unter den Kultur­interessierten in den Großräumen Wien und Graz geworden.

„Die Philosophie unseres Kulturmanagements ist so ausgelegt, dass die Vielfalt und Buntheit unserer Kultur nicht eigeschränkt wird, in all ihren Facetten eine Plattform findet sich darzustellen und eine entsprechende Aufmerksamkeit erzeugt, Interessierte an Aktivitäten und Programm­angebote heranzuführen“, so Wolfgang Kuzmits, Geschäftsführer der Kulturservice Burgenland. Dabei habe sich trotz aller Erfolge immer mehr gezeigt, dass sich durch das Überdenken und Zusammenführen verschiedener Einrichtungen zu neuen gesellschaftlichen Strukturen durchaus interessante Aspekte in Richtung Kostensenkung, Leistungsbündelung und Qualitätssteigerung ergeben. „Das hat nun dazu geführt, dass wir die fünf Museen und Galerien mit unseren fünf Kulturzentren und den vier Festspiel­betrieben zusammengeführt haben“, erklärt Kuzmits.

Kultur gebündelt

Denn die einzelnen Betriebe haben viele gleichlautende Aufgaben. Kuzmits weiter: „Ich sehe da keinen Grund, diese Dinge doppelt zu ­machen, da investieren wir unsere Ressourcen lieber in bessere Angebote, damit wir für unsere Gäste ­attraktiver werden.“ Damit dabei die inhaltliche Vielfalt der Programme nicht gefährdet wird, bleibt natürlich die künstlerische Autonomie und Eigenständigkeit der Akteure voll erhalten. Und durch dieses gemeinsame „Dach“ kommt es darüber hinaus zu einer höchst konstruktiven Abstimmung der Angebote – bis dahin, dass die Kindermaskottchen der beiden Unternehmensgruppen „Pauli und Abobert“ nun gemeinsam für die kleinen Gäste unterwegs sind oder Feste organisieren.

Kuzmits: „Wichtiges Standbein ist nun auch, dass wir unsere Locations für Tagungen, Feste und Seminare bis hin zu Hochzeiten viel ­besser vermarkten können“. Vom Kongresszentrum bis hin zur Orangerie in Eisenstadt oder Incentives im Landesmuseum reicht die Palette.

„Und der Standort Raiding etwa, mit seinem Lisztzentrum, hat höchsten Stellenwert in Sachen höchster Akustikqualität – dort konzentrieren wir uns neben Konzerten jetzt ­zunehmend auf komplette Musikproduktionen“, so Kuzmits abschließend.

Kulturtipps 2017

Projektraum Burgenland
200 Jahre Fahrrad
23. 6.–12. 11. 2017
www.landesgalerie-burgenland.at

Nova Rock Festival
100 Bands auf vier Bühnen
14.–17. 6. 2017
www.novarock.at

Schloss-Spiele Kobersdorf
Der zerbrochene Krug
4.–30. 6. 2017
www.kobersdorf.at

Haydn Festspiele
HaydnLandTage – Haydn und Paris
24. 8.–3. 9. 2017
www.haydnfestival.at

Kultur im Burgenland

KBB Kultur-Betriebe Burgenland GmbH
Franz-Schubert-Platz 6
7000 Eisenstadt
Telefon 02682/719 30 00
www.kultur-burgenland.at

TEXT: Rudolf Mathias, FOTO: Heimo Spindler/pixs.at

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