Schauspieler, Kabarettist und sogar Musiker: Manuel Rubey ist mit jeder Menge Talent gesegnet. Nach einem entspannten Sommer kommt der Wiener wieder voll auf Touren. Doch in einer Sache heißt es leider (vorerst) Abschied nehmen …

Lebenshungrig sei er, hat Manuel Rubey in einem Interview einmal gesagt. Und er folgt gerne seinem Herzen. Betrachtet man seine Karriere und den Höhenflug des Wieners in den letzten Jahren, ist das auch gut so. Der breiten Masse bekannt wurde er durch die Filmrolle als Falco in „Falco – Verdammt, wir leben noch!“. Doch darauf soll und möchte Rubey nicht reduziert werden. Denn das Multitalent brilliert schauspielerisch mittlerweile in den unterschiedlichsten Rollen.

schau: Herr Rubey, wie war Ihr Sommer? Gab es Zeit für Erholung?
Manuel Rubey: Danke der Nachfrage. Es war herrlich. Ein Film wurde verschoben und ich hatte plötzlich zwei Monate frei. Das gab es lange nicht. Man könnte sich daran gewöhnen.

Sie teilen auf Instagram gerne Fotos aus den „early days“. Wie verliefen eigentlich ihre frühen Tage? Wie kamen Sie zum Film?
Die frühen Tage waren geprägt von der Frage: Werde ich Fußballer, Sportmoderator oder Schauspieler? Als ich mit Filmen von Buster Keaton und den Marx Brothers konfrontiert wurde, war die Sache entschieden. Wie ich dann tatsächlich dazu kam, weiß ich nicht mehr. Ich weiß bloß, dass es gedauert hat.

Um noch ein bisschen in der Vergangenheit zu graben: Welche war ihre erste bezahlte Rolle?
Meine erste bezahlte Rolle war in einem Kinospot für den Kurier.

Ende Oktober startete „Feierabendbier“ in den heimischen Kinos. Sagen Sie uns kurz, worum geht es? Welche Rolle spielen Sie?
Ich habe da als Freundschaftsdienst für den Regisseur mitgespielt. Es ist nicht der Rede wert, da ich nur einen Kurzauftritt habe. Wer sich im Kino die Schuhe bindet oder Ähnliches, könnte diesen verpassen.

Anfang November wurde der Stuttgarter Tatort „Ein Mann, der lügt“ ausgestrahlt. Die Kritiken waren sehr positiv. War das eigentlich Ihre Tatort-Premiere?
Ich habe einmal im österreichischen Tatort einen russischen Killer gespielt. Aber das ist lange her.

Wir verraten nicht zu viel, jedoch: Sie spielten einen Verdächtigen. Wie waren die Erfahrungen bei den Dreharbeiten? Wie die Zusammenarbeit mit Richy Müller und Felix Klare?
Die war wirklich sehr, sehr gut. Beide sind sehr angenehme Menschen und faire, uneitle, humorvolle Kollegen. Felix Klare hat mir fünf Wochen lang geduldig Skat (das Kartenspiel der Deutschen) beigebracht. Das rechne ich ihm hoch an!

Themenwechsel: Wie kamen Sie eigentlich zum Kabarett?
Ich war nie weg, hatte es für mich nur sozusagen ruhend gelegt. Ich hatte in der Schule bereits eine Kabarettgruppe, aus der sich später die Band Mondscheiner entwickelt hat – die Menschen fanden uns nicht sooo lustig, aber die Lieder okay.

Nehmen wir „Triest“ oder „Gott & Söhne“: Wann fallen einem diese unglaublichen Witze bzw. Ideen ein?
Manchmal hat man Glück und es fällt einem wirklich „out of the blue“ etwas ein. Meistens ist es leider wie jeder Schreibprozess aufreibende Arbeit.

Sind Sie auch privat ein humor­voller Mensch?
Ich hoffe doch. Ich versuche, es mit Thomas Bernhard zu halten: „Alles ist lächerlich, wenn man an den Tod denkt.“

Wie man lesen konnte, steht „Gott & Söhne“ 2018 das letzte Mal auf dem Spielplan. Trennen sich die Wege von Ihnen und Thomas Stipsits?
Ich würde sagen: Wir machen Pause. Ein paar Ideen gibt es schon noch und ich denke, dass unsere gemeinsame Geschichte noch nicht auserzählt ist. Aber nach 600 gemeinsamen Vorstellungen ist neuer Input wahrscheinlich für uns beide gut.

Familie Lässig © Rideo.at/Julia Reitz

Welche Projekte hat Manuel Rubey für 2019 und danach?
Der neue Salzburger Landkrimi steht an, im neuen Eberhofer Film werde ich mitspielen und 2019 drehen wir endlich Johanna Moders neuen Film. Eine Komödie, die die Frage der Bobo-Doppelmoral beleuchtet.

Vielen eher unbekannt ist Manuel Rubey als Sänger. Das Ende von Mondscheiner liegt mittlerweile fast ein Jahrzehnt zurück. Mit Familie Lässig stehen Sie unregelmäßig (?) auf der Bühne. Ist der Name Programm?
Diese Band hätte eigentlich nur ein Konzert spielen sollen. Vor fünf Jahren versuchten wir gemeinsam mit dem Stadtsaal Geld für Purple Sheep aufzutreiben. Es gefiel uns miteinander und den Menschen aber so gut, dass wir weitermachten. Jetzt gibt es Ende des Jahres das erste Album und von Jänner bis April eine große Österreich/Bayern-Tour.

Spielen Sie Cover-Nummern oder auch eigenes? Was darf man sich von einer Show dieser lässigen Wahl-Familie erwarten?
Wir spielen unsere Lieblingslieder und immer mehr auch Eigenkompositionen; und seit Clara Luzia fixes Mitglied ist, ist auch die musikalische Qualität beträchtlich gestiegen.

Man darf sich erwarten, dass wir wirklich sehr große Freude daran haben, miteinander zu musizieren. Hin und wieder werden einfach auch ein paar billige Witze oder Schnurren erzählt und das Publikum hat jeden Abend die Möglichkeiten, seine Anliegen zu „gunkln“. Das ist unser Angebot an alle, die aufs Googlen verzichten wollen, dass sie ihre Anliegen direkt in eine auf der Bühne befindliche Box stecken, und Gunkl referiert dann live dazu, was ihm gerade einfällt.

Apropos Familie: Sie haben mittlerweile eine langjährige Lebensgefährtin und Kinder. Wie lässt sich das mit dem Beruf vereinbaren? Manchmal standen Sie ja beinahe jeden Tag auf der Bühne.
Das geht tatsächlich mal besser, mal schlechter und ist auch ein Grund für die Pause mit Thomas. Ich will einfach nicht mehr 25 Mal im Monat auf der Bühne stehen.

Sie sind ein Künstler mit einer klaren politischen Meinung. Ich spreche beispielsweise die Twitter-Meldung an, in der Sie Innenminister Kickl Anfang des Jahres kritisierten. Ist Österreich für Sie noch lebenswert?
Österreich ist wunderbar. Es ist ein großes Glück für jeden, der hier ­geboren ist. Ich finde, dass Kickl und vor allem Gudenus demokratiezersetzend „arbeiten“. Das mache ich ihnen zum Vorwurf. Natürlich darf und soll jede Meinung gehört werden, aber ich habe den Eindruck, dass wir auf unsere Demokratie gerade besonders gut aufpassen ­müssen.

Was würde es jetzt mehr denn je in der Gesellschaft brauchen?
Aufeinander zuzugehen. Einander die Hand zu reichen. Und das andere Argument auch anzuhören. Und ich finde, wir könnten uns in diesen Zeiten auch wieder ein bisschen auf die Dinge konzentrieren, die gut laufen. Wien ist gerade zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt worden und der Rest des Landes ist ja bekanntlich, wenn man auf alle Nicht-Wiener hört, noch viel schöner.

Vielen Dank für das Gespräch! 

INTERVIEW: Michael Krause, FOTO: © Manfred Baumann

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