Sie hat Burgenlands Umwelt im Griff – Landesrätin Astrid Eisenkopf schupft seit 2015 die Bereiche Energie, Naturschutz und Wasserrecht. Aber auch die Belange der Jugend fallen in ihr Ressort. Herausgeber Rudi Mathias hat sie in ihrer Heimat Steinbrunn besucht.

Als ihr vor gut einem Jahr Hans Niessl den Vorschlag machte, als Landesrätin in die burgenländische Regierung zu kommen, nahm ihn die 32-jährige Steinbrunnerin nicht gleich ernst. Inzwischen hat Astrid Eisenkopf ein neues Naturschutzgesetz auf die Beine gestellt und arbeitet beharrlich an einer zukunftsorientierten Gemeindeordnung, die wieder „Spaß“ an politischer Arbeit machen soll. Ganz obendrein hat sie ein Gespür für junge Menschen, wie man es in der Politik nur selten findet.

schau: Frau Landesrätin, zu Ihren vielfältigen Themenfeldern gehört auch das breite Spektrum der Jugendarbeit. Meist fällt es Politikern schwer, gerade zu jungen Menschen Kontakt zu finden. Sie hingegen wirken im Dialog mit der Jugend höchst erfolgreich – haben Sie da ein Geheimrezept?
Astrid Eisenkopf: Also eines vorweg, die jungen Menschen machen sich über die aktuelle Alltagspolitik weit mehr Gedanken als allgemein angenommen wird, sie reflektieren unter sich sehr wohl das Geschehen und aus ihren Köpfen sprudeln jede Menge guter Ideen und innovative Gedanken. Viele von ihnen sind in gemeinnützigen Vereinen organisiert und stützen mit großem Engagement freiwillig die Entwicklung und Infrastruktur ihrer Heimatgemeinden. Ich verbringe viel Zeit unter jungen Menschen, versuche ihnen nichts aufs Aug’ zu drücken, sondern höre viel lieber zu. Da bekommt man eher mit, was den jungen Menschen wichtig ist und wie sie ihre Zukunft angehen wollen.

Und was an Themen steht da bei den jungen Leuten ganz vorne?
Naturgemäß beschäftigt sie der Themenkomplex Arbeit und Mobilität besonders. Aber über alldem entwickelt sich eine Art Heimat­gefühl zu neuer Stärke. Die jungen Menschen wollen wieder hier bleiben und in vertrauter Umgebung leben, arbeiten, Familien gründen und mit ihren Freunden die hohe Lebensqualität des Burgenlandes genießen – das ist für sie der große Leitgedanke. Gemeinsam mit dem Institut für Jugendforschung loten wir in einer großen Jugendstudie auf wissenschaftlicher Basis aus, wo wir da die Hebel im nächsten Jahr ansetzen müssen.

In den letzten Monaten haben Sie die Modernisierung der Gemeindeordnung in Angriff genommen, die auch eine Aufwertung des Bürgermeisteramtes und der politischen Arbeit vorsieht. Wie
ist das zu verstehen?
Gemeindearbeit muss Spaß machen. Dazu braucht es für die Gemeindepolitik moderne gesetzliche Rahmenbedingungen, sowie die Stärkung von Kontrollrechten und in Gemeinderäten eine Stärkung von Minderheitsparteien. Wir haben dazu jetzt den ersten Regierungsentwurf vorgelegt und sind gerade mitten in den Parteienverhandlungen.

Auch der Naturschutz gehört zu Ihren Kernaufgaben. Nach einem knappen halben Jahr Amtstätigkeit haben Sie im Jänner bereits ein neues Naturschutzgesetz im Landtag beschließen lassen, das zwischenzeitig Rechtskraft hat. Was war da der Hauptgrund für Ihr rasches Handeln?
Die Erhaltung der Natur und der Schutz unserer Landschaft sind wir späteren Generationen schuldig. Wesentliches Anliegen des neuen Gesetzes ist die Verpflichtung zur Rekultivierung der Schottergruben, die sich wie offene Wunden durch unser Land ziehen. Ganz besonders im Bereich der Parndorfer Platte. In Zukunft sind die Betreiber verpflichtet, den Abbau nur mehr abschnittsweise vorzunehmen und, bevor mit der Schottergewinnung an anderen Stellen begonnen wird, die ursprüngliche Form der Landschaft wiederherzustellen.

Das Burgenland verfügt neben dem 91 Hektar großen Nationalpark Neusiedler See über weitere sechs Naturparks, die auch ein hohes Potenzial für die touristische Entwicklung des Burgenlandes haben. Müssen bald die Vögel den Urlaubern Platz machen? 
An sich ist die sanfte touristische Nutzung im Landesentwicklungsplan geregelt, das funktioniert auch in der Praxis ganz gut. Wir müssen aber davon ausgehen, dass die Menschen zunehmend ihre Urlaube möglichst „naturnah“ verbringen möchten. Es gilt also jetzt schon zu überlegen, wie das in ein paar Jahren aussehen soll. Zum Glück ist in den burgenländischen Köpfen drinnen, dass die Natur unsere größte Ressource ist. Wir wollen gemeinsam mit den BurgenländerInnen Methoden finden, damit der Tourismus bei steigendem Andrang sanft bleibt und wir unsere Besucher naturnah verwöhnen können.

Vielen Dank für das Gespräch!

INTERVIEW: Rudi Mathias, FOTO: Rene Wallentin

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