Sie kann Comedy, sie ist Schauspielerin, sie singt und jetzt hat sie auch noch eine Kochshow. Aber ganz ehrlich: In Wahrheit träumt Multitalent Katharina Straßer von einer eigenen Show.

Selbst ist die show! Katharina Straßer hat viel zu tun, erstens beruflich und zweitens als Mama ­eines Dreijährigen, die wieder schwanger ist. Für ein Interview mit schau fand sich trotzdem Zeit, zum Blödeln auch. Sonst wäre es ja auch nicht Katharina Straßer.

schau: Musik ist eines deiner zahlreichen Standbeine. Ganz ehrlich, welche war deine erste CD?
Katharina Straßer: „History“ von Michael Jackson, die hab ich mir zu Weihnachten gewünscht. Von Roxette hatte ich sogar noch eine Kassette! Und von Mariah Carey „Music Box“ und von der Whitney Houston „I Wanna Dance With Somebody“ (Katharina Straßer singt).

Damit liegt man nicht falsch. Andere Leute haben ja das Pech, dass das erste Album …
… Justin Bieber ist … Das ändert sich vielleicht dann (lacht). Ich hatte auch eine Backstreet-Boys-Phase, da gab es auch bei mir ein Revival. Manchmal finde ich das ganz geil, die Neunzigerjahre (zerkugelt sich).

Man sollte überhaupt den Gedanken ablegen, dass man sich für Musik genieren muss …
Absolut. Ich war ja sogar, auch das gebe ich hier jetzt offen zu, auf einem Helene-Fischer-Konzert! Als Performerin ist sie gut. Ich unterstelle ihr ja, dass ihr der Schlager auch am Arsch geht. Sie macht in der Show fünf, sechs so Lieder. Aber zehn, zwölf Lieder sind ok. Sie macht dann immer diesen Musical-Block, das mag ich sowieso als Musicaltante. Das kann sie, das hat sie gelernt. Natürlich ist das alles supersauber und superclean, von ihrer Persönlichkeit erfährst du gar nix. Aber sie als Performerin und die Show an sich sind schon ziemlich cool. Und sie hat dann Lieder, die echt fahren. Sie klaut halt von allen: Sie macht die Beyoncé-Windmaschine, sie macht die Trapez-Nummer von der Pink – alles, was gerade angesagt ist. Aber sie kann’s. Davor hab ich schon irgendwie auch Respekt. Ein Album würd ich mir nicht kaufen. Aber ich hab sogar am iPhone zwei, drei Lieder, die wir mal für irgendwas gebraucht haben und die lass ich drauf (singt mit Helene-Fischer-Timbre: „Du bist ein Phänomen!“).

Du hast ja selbst schon in Interviews gesagt, du würdest gern die Nachfolgerin von Peter Alexander mit einer Show sein …
Also, um das ernsthaft zu beantworten: Ich bewundere dieses Genre total und ich finde auch, dass das fehlt. Es gibt inzwischen niemanden mehr, der sowas macht. Deshalb interessieren mich beruflich auch ganz unterschiedliche Sachen. Jetzt mach ich gerade eine Kochshow als Entertainerin. In Amerika ist das viel üblicher als bei uns. Bei uns gibt’s nur die Bühne und Shakespeare, sich wochenlang verkriechen und diese Rolle studieren. Ich sehe mich mehr als Entertainerin, ich mach solche Sachen auch gerne. Und so eine Show, das war damals hohe Kunst. Da gibt’s ja im Archiv noch einiges, das ist wirklich fantastisch.

Du hattest ja auch im Musikverein einen Abend, „Die fromme Helene“.
Ja, da kommt wieder was. Ich mache am 16. November einen Abend als Lesung mit Liedern im Musikverein. Die sind halt erbarmungslos, die wollen immer etwas Neues (lacht). Und ich will halt immer singen! Ich könnte mir auch nur Musiker nehmen und ich lese was, aber das find ich wahnsinnig fad. Ich kann schon auch was lesen, aber lieber sing ich und dann les ich a bissl was … (lacht).

Ist das Wienerische für dich quasi eine zweite lebende Fremdsprache?
Ich bin schon sehr fasziniert von diesen Ausdrücken, die’s teils nicht mehr gibt, oder wo man dann aus Fachbüchern erfährt, wo sie eigentlich herkommen. Das ist auch sehr vom Jüdischen geprägt, halt so eine herrliche Mischkulanz von allem. Das find ich super. Es kommen immer die besten Sachen dabei raus, wenn man alles zusammenmischt. Das muss man mal endlich verstehen.

Vielleicht fasziniert es mich mehr, weil es nicht mein Heimatdialekt ist. Ich hab gewisse Wörter gar nicht gekannt. Als ich angefangen habe, „My Fair Lady“ zu spielen vor zehn Jahren, da kommt „hamdran“ vor. Ich wusste nicht, was das ist. Oder wenn mein Vater sagt: „I hab so viele Freund und olle sans neger“, hab ich gedacht, die sind alle Afroamerikaner. Dabei heißt das, die haben alle kein Geld.

Du nennst dich selber Musicaltante – was ist eine Musicaltante?
Mir taugt’s halt. Was mir letztens total gefallen hat, das läuft eh immer wieder einmal: „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“ an der Volksoper. Das ist eine Rockoper, das hat der Christian Kolonovits geschrieben und der göttliche Drew Sarich spielt die Hauptrolle. Der Typ ist ein Wahnsinn. Da sitz ich drin und denk mir: wow! Da hat das Theater wieder so einen Zauber für mich, den ich manchmal im Schauspiel vermisse. Wobei mir so oberflächliche Mickey-Mouse-Shows grenzenlos am Hammer gehen.

Ich brauch auch keine Eislaufschuhe. Was ich mit Musical meine, sind die wirklich geilen Sachen. Ich war letztes Jahr am Broadway und hab das erste Mal „Sunset Boulevard“ mit Glenn Close gesehen. So was geht mir unter die Haut. Aber es gibt auch wirklich doofe Sachen wie „Natürlich blond“. Ich finde, man muss auch nicht alles „vermusicaln“.

Was wäre die Grenze?
„Natascha Kampusch – Das Musical“. Ich warte schon drauf (lacht).

Du warst letztens auch im Kulturmontag im Gespräch über Frauen und gleiche Gagen …
Ja, das ist mir wichtig und das ist ja oft noch nicht so. Dabei gibt es ja viel mehr Schauspielerinnen, dafür leider viel weniger Rollen für Frauen, das ist ja der nächste Schas.

Das könnte damit zu tun haben …
… dass die Drehbücher meistens Männer schreiben. Das wird ja eh jetzt auch in Hollywood diskutiert. Welcher Superheld ist eine Frau? Das ist auch ganz selten, vielleicht im Stripclub gibt’s eine. Was ich so irrsinnig absurd finde, ist, dass wir jahrelang akzeptiert haben, dass in normalen Tageszeitungen nackte Frauen sind. Warum eigentlich? Auf der Seite sieben einer Zeitung, die in jedem Gasthaus aufliegt, warum sind da Silikontitten? Ich hab das auch immer so hingenommen. Sollen sich die Leute doch ein Pornoheftl kaufen. Ich hab mir letztens einen Leichtschinken gekauft, und da liegt auf diesem Schinken eine nackerte Frau. Da wird man noch mit einem Stück Fleisch verglichen …

Vielen Dank für das Gespräch!

On air & on stage

„Meine Mama kocht besser als deine“, die Kochshow mit Katharina Straßer als Moderatorin und Starkoch Konstantin Filippou als Geschmacks-Juror läuft freitags zur Primetime auf ORF eins. Am 16. 11. wird es ihren nächsten musikalischen Abend mit Lesungen im Wiener Musikverein geben.

INTERVIEW: Julia Pühringer, FOTO: ORF

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