Heuer jähren sich die Todestage von Gustav Klimt, Otto Wagner, Koloman Moser und Egon Schiele zum 100. Mal. Zahlreiche Ausstellungen zollen den vier Größen Tribut. Ein Überblick.

1918 war ein schwarzes Jahr für die Wiener Moderne. Gleich vier der bedeutendsten Künstler dieser Epoche verstarben vor exakt 100 Jahren. Am 6. Februar erlag Gustav Klimt einer grippösen Lungenentzündung. Diese hatte er sich im Wiener Allgemeinen Krankenhaus eingefangen. Dort war der Künstler in Folge eines Schlaganfalls, den er am 11. Jänner in seiner Wohnung in der Neubauer Westbahnstraße erlitten hatte, behandelt worden. Bis zuletzt verwehrte das k.k. Ministerium für Kultus und Unterricht Gustav Klimt eine Professur an der Akademie der bildenden Künste. Die vierte Absage in dieser Angelegenheit erreichte Klimt ein Jahr vor ­seinem Tod. Daraufhin ernannte ihn die Akademie am 26. Oktober 1917 zu ihrem Ehrenmitglied.

Aufbruch in Mitteleuropa

Das Untere Belevedere zeigt ab 23. März die Ausstellung „Klimt ist nicht das Ende“ und führt durch die spannende Kunstepoche nach Gustav Klimt. Für viele der Anfang vom Niedergang einer großen Ära. Das stimmt allerdings nur zum Teil. Denn laut den Ausstellungsmachern hatte sich das Kunstgeschehen tatsächlich schon früher vom Einfluss der großen Wiener Modernisten gelöst. Und so entfaltete sich in den Ländern der Donaumonarchie ein reges Kunstschaffen. Dieses war geprägt vom Wunsch nach Aufbruch und wurde nur am Rande von politischen Umbrüchen berührt. Kurator Alexander Klee zeigt in der Schau neben Werken von Gustav Klimt auch Arbeiten von rund 80 Künstlern, u. a. von Josef Capek, Friedl Dicker-Brandeis, Albin Egger-Lienz, Oskar Kokoschka, Koloman Moser, Antonin Prochaska, Egon Schiele oder Lajos Tihanyi.

„Klimt ist nicht das Ende“, ab 23. März, Unteres Belvedere, www.belvedere.at

Jugendstil trifft Expressionismus

Noch bis 10. Juni zeigt das Leopold ­Museum die Ausstellung „Wien um 1900 – Klimt – Moser – Gerstl – ­Kokoschka“. Das Museum beherbergt nicht nur die größte und bedeutendste Sammlung an Werken von Egon Schiele, sondern auch eine gleichermaßen einzigartige Kollektion an Meisterwerken der Kunst Wiens um 1900.

„Wien um 1900 – Klimt – Moser – Gerstl – Kokoschka“, bis 10. Juni, Leopold ­Museum, www.leopoldmuseum.org

„Gustav Klimt“

Die Ausstellung zeigt neben den Beständen des Leopold Museums und der Privatsammlung der Familie Leopold auch Exponate der Klimt-Foundation, Werke einer neuen, dem Museum überantworteten Dauerleihgabe eines Klimt-Nachfahren sowie internationale Leih­gaben.

Ab 22. Juni, Leopold Museum, www.leopoldmuseum.org

„Stairway to Klimt. Die Klimtbrücke + Nuda Veritas“

Wie schon zum 150. Geburtstag des Malers wird die „Klimtbrücke“ im Stiegenhaus des Kunsthistorischen Museums errichtet, und die Antikensammlung zeigt das Gemälde „Nuda Veritas“. Bis 2. September, Kunsthistorisches Museum Wien, www.khm.at

„Klimt lost“

Raubkunst, verschwundene Kunstwerke und die Geschichten über ­Sammler, Täter und Opfer thematisiert die ­Ausstellung in der Klimt Villa.

Ab 5. Mai, Klimt Villa, www.klimtvilla.at

Was man sonst noch sehen muss:

Egon Schiele († 31. Oktober 1918)

Die Sammlung Leopold verfügt mit 40 Gemälden und 180 Arbeiten auf Papier über die -bedeutendste Schiele-Sammlung, bis 4. November würdigt das Leopold Museum den Künstler mit einer großen Ausstellung zum Jubiläum. www.leopoldmuseum.org

Als Sohn einer Eisenbahnerfamilie verbrachte Schiele ein Drittel seines Lebens in der väterlichen Wohnung am Tullner Bahnhof. Erlebnistouren durch das Geburtshaus des Künstlers lassen diese Epoche auferstehen, und das Egon Schiele Museum zeigt seine frühen Arbeiten. Am 7. April startet die neue Saison. www.egon-schiele.eu

Otto Wagner († 11. April 1918)

Von 15. März bis 7. Oktober würdigt das Wien Museum den „Weltstadtarchitekten“ und bringt die erste umfassende Ausstellung seit mehr als 50 Jahren. www.wienmuseum.at

Die Ausstellung „Post Otto Wagner – Von der Postsparkasse zur Postmoderne“ untersucht die -Wirkung Otto Wagners als „Vater der Moderne“, ab 30. Mai im MAK, www.mak.at

Koloman Moser († 18. Oktober 1918)

Für „Koloman Moser, Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann“ öffnet das MAK ab 19. Dezember sein Archiv der 1903 von Koloman Moser, Josef Hoffmann und Fritz Waerndorfer gegründeten Wiener Werkstätte. www.mak.at

Er gilt als „Tausend-künstler“. Das Theatermuseum stellt mit „Anwendungen. Koloman Moser und die Bühne“ das bisher wenig beachtete Bühnenschaffen in den Mittelpunkt. Ab 18. Oktober, www.theatermuseum.at

FOTO: Klimt-Foundation, Wien

Das könnte Sie auch interessieren

Oper live am Platz Im April, Mai, Juni und September bringt die Staatsoper Wien ihre Produktionen unter den freien Himmel. Mit einer 50 Quadratmeter großen Videowall wer...
Seefestspiele Mörbisch wieder auf Hitkurs Seit Ende Mai letzten Jahres steht Peter Edelmann an der Spitze der Seefestspiele Mörbisch – und er hat viel vor. Mit einer sensationellen Produkti...
20 Jahre Surf Worldcup am Neusiedler See Von 26. April bis 1. Mai findet der Surf Worldcup in Neusiedl am See statt. Heuer feiert man das 20-jährige Jubiläum des Events und hat dafür ein umfa...
Joseph Haydns letzte Klaviersonaten und Haydn-Gedenktage Die Haydn-Region Niederösterreich präsentiert auch 2018 diverse Konzerthighlights. Eines davon ist der Soloauftritt des Pianisten Stefan Vladar am 28....
Share This