Der Wiener Jakob Pöltl lebt in Amerika seinen größten Traum! Der 2,13 Meter große Center geht in der besten Basketball-Liga der Welt, der NBA, mit den Toronto Raptors in seine zweite Saison – natürlich mit großen Zielen.

Die NBA war immer schon der große Traum von Basketballer Jakob Pöltl! Egal ob er bei den Timberwolves in Wien, in Traiskirchen bei den Lions oder am College für Runnin’ Utes für regen Betrieb unter dem Korb sorgte. 2016 ging dann der Traum des 2,13 Meter großen und 110 Kilogramm schweren Power Forward/Center in Erfüllung. Er wurde an neunter Stelle von den Toronto Raptors gedraftet. Wie bereits am College zeigte der Wiener keine Anpassungsprobleme und spielte in seiner Rookie-Saison eine bärenstarke Meisterschaft. Von den amerikanischen Medien nach einigen sensationellen Dunks als Austrian Hammer gefeiert, bekam Pöltl bereits zu Beginn bei den Raptors viel Spielzeit.

Für die Entwicklung des Centers natürlich ganz wichtig. „Ich blicke natürlich sehr positiv zurück, hatte sehr viel Spaß und habe stetig Fortschritte gemacht. Für die Playoffs hatte ich mir von uns als Team ein bisschen mehr erhofft, aber die Cavs waren einfach um einiges besser. Das Ausscheiden war zwar bitter, aber alles in allem war es eine gute erste Saison für mich“, blickt Pöltl immer noch gerne auf den Anfang seiner NBA-Karriere zurück. Natürlich geht man immer mit gewissen Vorstellungen, wie eine Saison laufen wird, in die Spiele. Für Pöltl war es nach sehr starken College-Jahren und einer guten Preseason natürlich nicht leicht, die Erwartungen zu ­erfüllen. „Ich bin relativ offen in die Saison gegangen, aber ja, man kann sagen, dass es für mich in etwa so kam wie erwartet. Es war hie und da nicht so leicht, mit der fehlenden Konstanz, was die Spielzeit ­anbelangt, umzugehen, aber auch damit war davor zu rechnen. Ins­gesamt hat für mich alles gepasst, sowohl was das Team betrifft als auch das Rundherum“, erklärt Pöltl.

Die Highlights in der Rookie-Saison kommen wie aus der ­Pistole geschossen. „Sicher das erste NBA-Spiel gegen die Detroit Pistons und Begegnungen, in denen ich einen guten Beitrag liefern konnte, wie zum Beispiel der Comeback-Sieg gegen die Hornets. Leider musste ich in den letzten Spielen immer wieder als Zuschauer von der Bank aus die Spiele erleben. Man hat immer das Gefühl, dass man einen Unterschied machen könnte, aber wir haben mehr auf unsere Routiniers gesetzt und dem System vertraut. Wir ­hätten auch mit mehr Einsatzzeit für mich die Serie nicht gewonnen, da muss man realistisch sein. Es war nur deswegen hart für mich zuzusehen, weil wir verloren haben. Aber Cleveland mit LeBron James war einfach zu stark“, so Pöltl weiter.

Wurf und Kraft standen im Sommer auf dem Programm

Ausruhen und sich feiern lassen ist für den ehrgeizigen Wiener aber nichts. In der Offseason standen harte Trainingseinheiten und natürlich das Nationalteam auf dem Programm. „Meine Trainer haben mir einige Aufgaben mit nach Europa gegeben. Sie wollen, dass ich in der kommenden Saison mehr Verantwortung übernehme. Ich habe mit Stefan Weissenböck viel an meinem Wurf gearbeitet, an der Technik ­einiges geändert. Wir haben auch an anderen Skills für das Spiel mit dem Gesicht zum Korb trainiert, um darauf vorbereitet zu sein, künftig mehr von außen spielen zu können. Man hat es bei den Cavs gesehen. Wenn in einem Team wirklich jeder gut werfen kann, hat der Gegner große Probleme. Diese Entwicklung ist in der ganzen NBA klar zu erkennen. Daher ist es auch für mich wichtig, den Wurf weiter zu verbessern. Die Umstellungen sind natürlich ungewohnt. Ich merke, dass sie mir helfen, aber noch bin ich sehr ,streaky‘ unterwegs, treffe mit der neuen Technik teilweise richtig gut, aber teilweise auch weniger. Ich muss einfach viele Wiederholungen machen, um den neuen Bewegungsablauf zu automatisieren.“

Vom Team back zu den Raptors

Nach guten Leistungen im Nationalteam steht jetzt wieder der Alltag für Jakob Pöltl auf dem Programm – die NBA! Für das zweite Jahr in der besten Basketball-Liga der Welt hat sich der Wiener natürlich auch wieder einige Ziele gesetzt. „Ich will meine Rolle erweitern, die Spiel­minuten schön langsam steigern. Ich muss zunächst vor allem in der Preseason alles geben, um mich bestmöglich zu empfehlen. Ich fühle mich im Vergleich zum Vorjahr bei jeder Bewegung, bei jedem Move ­sicherer. Das konnte man in der Summer League und beim Nationalteam sehen, wo ich viel Verantwortung übernommen habe. Wirklich zeigen wird es sich im Training gegen unsere besten Spieler, wie groß die Fortschritte sind“, meint Pöltl. Die Preseason-Spiele der Toronto Raptors begannen in der Nacht auf den 2. Oktober mit der Begegnung gegen die LA Clippers auf Hawaii.

Die Regular Season ­startet für Pöltl in der Nacht auf den 20. Oktober mit einem Heimspiel gegen die Chicago Bulls. Favoriten in der Conference gibt es natürlich auch. Cleveland und Boston sind im Osten wohl die stärksten Teams. Die Raptors befinden sich in Lauerstellung dahinter. „Ich denke, die ­Situation ist ähnlich wie in der ­letzten Saison: In erster Linie gilt es, LeBron James und Cleveland zu schlagen. Es wird wieder eine toughe Saison werden. Letztes Jahr hatten wir am Anfang eine lange Heimspielserie, dieses Mal stehen sehr früh sechs Auswärtsspiele in Folge auf dem Programm. Ich freue mich jedenfalls sehr auf die neue Saison und bin auch schon ein bisschen angespannt“, kann die Nummer 42 der Toronto Raptors den Beginn der neuen Saison kaum erwarten. In seiner ersten NBA-Saison schaffte es Pöltl insgesamt auf 54 Einsätze mit 626 Minuten Spielzeit und erzielte 165 Punkte.

NBA

Die National Basketball Association (NBA) ist die seit 1946 bestehende Basketball-Profiliga in Nordamerika. Sie gilt als die mit großem Abstand stärkste und populärste Basketball-Liga der Welt. Jakob Pöltl ist der erste Österreicher, der den Sprung
in die NBA geschafft hat.

TEXT: Marco Cornelius, FOTO: talking-heads.at

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