Honig kann viel mehr, als nur ein Butterbrot versüßen. Glauben Sie nicht? Dann sollten Sie das Unternehmen Honigschaf unbedingt kennenlernen. Dahinter stecken Susanne und Andreas Schafner aus Zwentendorf an der Donau in Niederösterreich und ihr Potpourri an süßen und pikanten Spezialitäten auf Basis des wertvollen Naturprodukts. Laufend entwickeln sie neue Kreationen – und sind dabei so fleißig wie ihre Bienen.

Honig zu produzieren,  beflügelt nicht nur ganze Bienen­völker. Die Beschäftigung mit dem wertvollen Naturprodukt bringt auch die Ideen mitunter zum ­Fliegen. Bestes Beispiel dafür sind Susanne und Andreas Schafner aus Zwentendorf. Gemeinsam haben sie in den letzten Jahren ihre genussvolle Leidenschaft zum Honig vom Nebenjob zum Hauptberuf weiterentwickelt. Sie sind das Power-Duo hinter der Marke Honigschaf, einem Kunstbegriff, der sich aus dem Grundprodukt und der Wortbasis ihres Nachnamens zusammensetzt.

Hauptsache Beilage

Das Motto hinter ihren Produkten ist so simpel wie griffig: Hauptsache Beilage – und so kreieren sie auf Grundlage köstlichen Bienenhonigs gesunde, ungewöhnliche Lebensmittel vom Brotaufstrich über Chutneys bis hin zu BBQ-Saucen.

Andreas Schafner erinnert sich an die Anfänge: „Der Start war gar nicht so leicht, denn in Österreich kennen viele Honig nur auf dem Butterbrot“, erinnert sich der Spe­ditionskaufmann. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, einer Pharmazeutin, ist er angetreten, um seinen Kunden Honig als vielfältigen Geschmacksträger schmackhaft zu machen. „In den meisten Produkten übernimmt jede Menge Zucker diese Rolle oder noch schlimmer billiger Glukose sirup. Gesundheitsschädlicher geht es wirklich nimmer“, sagt Schafner. Er selbst war bereits seit geraumer Zeit als Hobbyimker tätig und damit ein echter Experte in Sachen Honig. Er produziert mit seinen rund 700 Bienenvölkern, die zur Gänze im niederösterreichischen Naturschutz­gebiet Natura 2000 („Tullnerfelder Donau-Auen“ bzw. „Wienerwald – Thermenregion“) angesiedelt sind.

Seiner Frau kam letztlich durch ­Zufall die zündende Idee. „Ich litt schon als Kind unter einer starken Zuckerunverträglichkeit und war erbitterte Gegnerin eines bekannten Haselnuss-Brotaufstrichs. Also habe ich begonnen, mit Honig, frischen Haselnüssen und Kakao meinen ­eigenen Aufstrich zu kreieren. Rausgekommen ist dabei unser erstes Produkt mit dem Namen „Honig & Haselnuss und Kakao“. Das kam so gut an, dass wir an weiteren Rezepturen zu tüfteln begannen.“

55 genussvolle Produkte

Mit Erfolg, denn seit 2012 ist der Aufbau des eigenen Unternehmens der Hauptjob der beiden. Derzeit umfasst das Honigschaf-Portfolio rund 55 Produkte. Wie das geht? „Meine Frau ist ein Geschmacks­phänomen. Sie brütet immer über neuen Rezepturen“, erklärt Andreas Schafner. Dabei zeigt sich, dass Produkte auf Basis von Bienenhonig keinesfalls immer nur süß schmecken müssen. Auch für Fans von ­Pikantem finden sich echte Köstlichkeiten im Sortiment. Egal ob Dill-Senf, Chutney mit Curry und Mango oder Veltliner Rosengelee.

Wer einmal bei Honigschaf probiert, wird kaum wieder aufhören können. Zuletzt haben sich Andreas und ­Susanne vor allem auch in der Grill-Community einen Namen gemacht, und dort liebt man es mitunter ­würzig und scharf. Sweet Chili, die Mexicana Sauce oder das BBQ-Trio „Klassisch“, mit „Whiskey“ oder „Hot Whiskey“ veredeln jede Grillparty. „Honig öffnet die Fleisch­fasern und lässt den Geschmack der Gewürze und Aromen perfekt eindringen“, erklärt Andreas Schafner. Auch Profis, wie Grillweltmeister Adi Matzek oder Martin Kaspar, ­Inhaber des Fachgeschäfts „Grill Heaven“, zählen zu den Fans der BBQ-Saucen auf Honigbasis. Gerne dürfen die auch etwas schärfer ausfallen.

Das Honigschaf wächst weiter

„Früher haben wir etwa den Chili in der Küche selbst gemahlen“, erzählt Susanne Schafner. „Unsere Gesichter waren rot, die Augen tränten und im ganzen Haus hat es nach den scharfen Schoten gerochen. Heute kaufen wir z. B. den Habanero gemahlen zu. Er hat eine viel angenehmere Schärfe.“ Produziert wird mittlerweile freilich nicht mehr in der privaten Küche, sondern in einem, dem Wohnhaus angeschlossen Fertigungsraum, der nach höchsten „IFS Global Markets“-Standards zertifiziert ist. Bei Bedarf lässt sich hier die Produktion auf bis zu 1.200 Gebinde pro Stunde hochfahren. Mit den Kapazitäten wächst auch das Team und die Schafners sind zurzeit dabei, dieses aufzustocken. Dabei geht es ihnen nicht nur um Profit. Andreas Schafner bringt die Philosophie auf den Punkt: „Gewinn ist gut, aber nicht um jeden Preis. Motivierte Mitarbeiter sind enorm wichtig.“

Mittlerweile haben auch schon einige große Ketten bei den Schafners angeklopft und wollen Honigschaf ins Sortiment aufnehmen. Den reinen Honig in zwei Sorten gibt es heute schon bei Penny, und demnächst werden bei Lidl eigens kreierte Köstlichkeiten in den Regalen stehen. Auch Produkte der Firma Waldviertler Bauernmilch sollen schon bald mit Zutaten von Honigschaf etwa zu köstlichen Joghurtdrinks und Aufstrichen veredelt werden. Bis es so weit ist, empfiehlt sich, am besten telefonisch bei den Schafners zu bestellen. Die Waren kann man dann vor Ort abholen. Auf Wunsch werden die bestellten Produkte aber auch verschickt.

Honiggewinnung und -veredelungs KG

3435 Zwentendorf
Tulpengasse 8/3
Ansprechpartner: Andreas Schafner, Geschäftsführer. +43/(0)660/696 20 01
office@honigschaf.com
www.honigschaf.at

TEXT: Christoph Berndl, FOTO: iStock

Das könnte Sie auch interessieren

Spanische Hofreitschule lädt zum exklusiven Weihnachtsdinner Am 7. Dezember veranstaltet die Spanische Hofreitschule ein Weihnachtsdinner im Herzen von Wien. Neben einer Führung durch die Reitschule erwartet die...
Schwarzer Schatz aus Kukmirn Steirisches Kürbiskernöl aus dem Burgenland? Ja, das gibt es. Doris Kollar-Lackner aus Kukmirn hat sich dieser Delikatesse verschrieben. Ist ihr Kürbi...
Der Kampf gegen das Knödelklischee Die Küche der Alpen könnte der lang gesuchte gemeinsame Nenner für die Kulinarik im deutschsprachigen Mitteleuropa sein. Es ist nichts so, wie es s...
The Spirit of Austria Vor 185 Jahren wurde in Kärnten die Stroh Spirituosen-Manufaktur gegründet. Der Inländer Rum ist nicht nur für die Mehlspeisküche, sondern auch für Co...
Share This