Standortgarantien für fünf Krankenanstalten, ein klares Bekenntnis zu einer vielfältigen Kulturszene und 1.700 Euro Mindestlohn: Am 28. Februar 2019 wird Hans Peter Doskozil Landeshauptmann Hans Niessl nachfolgen. Bereits als Finanz- und Kulturlandesrat stellt er die Weichen für die Zukunft.

Preview: Wie gesund ist der ­burgenländische Finanzhaushalt im Vergleich mit anderen Bundesländern? 
Hans Peter Doskozil: Sehr gesund. Finanzlandesrat Bieler hat hier in den letzten Jahren sehr gute Arbeit geleistet. Wir sind im absoluten Spitzenfeld in Österreich. Daher werden wir weiter in der Struktur optimieren, damit wir weiterhin die besten Rahmenbedingungen für die Burgenländerinnen und Burgenländer garantieren können. Für uns steht ganz klar fest: Ganz oben steht das Burgenland.

Welche Investitionen können durch diesen Spielraum ange­gangen werden?
Wir haben große Aufgaben vor uns. Im Gesundheitsbereich haben wir eine Standortgarantie der fünf Krankenanstalten abgegeben. Das heißt ganz klar: Im Burgenland wird es weiterhin das beste Gesundheitssystem geben. Wir werden zudem den Pflegebereich neu aufstellen. Das sind wir unserer älteren Generation einfach schuldig. Weiters wollen wir nicht nur politische Ansagen machen, wir wollen konkret umsetzen. Daher arbeiten wir an einem Mindestlohn von 1.700 Euro. Eine große Herausforderung, aber wir werden das mit stabilen und gesunden Finanzen schaffen.

Sie haben jüngst eine Kürzung der Landesförderung für die Landwirtschaftskammer angekündigt, weil zu wenig Fokus auf Bioproduktion liegt. Was genau stellen  Sie sich hier für die Zukunft vor?
Unser Weg ist hier ganz klar. Wir wollen eine nachhaltige, umwelt­bewusste und moderne Landwirtschaft. Gesunde Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und qualitativ hochwertige Produkte aus der burgenländischen Landwirtschaft – das ist unser Ziel. Die Landwirtschaftskammer muss sich die Zukunft so vorstellen: Sie wird weiterhin ein Partner des Landes sein. Unser Angebot steht. Allerdings werden wir unsere Fördermittel, unsere Gelder mit ­Sicherheit nur mehr für biologische Landwirtschaft und für Landwirtschaft ohne Pestizide und ohne Glyphosat einsetzen. Und für diesen Weg reichen wir die Hand. Für diesen Weg muss die Landwirtschaftskammer ein Partner sein. Wenn sie das nicht will, dann ist sie auch für diesen Weg kein Partner.

Als Landesrat sind Sie auch für die Kultur zuständig. Dieser Bereich ist generell stark von Landes­förderungen abhängig. Wie wichtig ist Ihnen dieses Bekenntnis zu einer florierenden Kulturszene im Burgenland?
Sehr wichtig. Ich habe die Kulturszene schon wirklich in mein Herz geschlossen. Hier steckt so viel Kreativität und Herzblut und auch Engagement drinnen, unfassbar. Genauso wie wir zu einem ganzjährigen Tourismusland geworden sind, gibt es im Burgenland das ganze Jahr hochwertige Kulturevents vom Norden bis in den Süden. Jedes Jahr besuchen mehr als eine halbe Million Kulturinteressierte das Angebot des Festivalsommers. Das ist nicht nur ein starker Impuls für Gastronomie und Hotellerie, sondern auch unbezahlbare Werbung für das Burgenland. Viele unserer Gäste kommen jährlich wieder, denn das Burgenland bietet immer wieder Abwechslung und ein vielfältiges Programm.

Am 28. Februar 2019 werden Sie Hans Niessl als Landeshauptmann nachfolgen. Auf welche Themenfelder wollen Sie Ihren Haupt­fokus im neuen Job legen?
Ganz oben steht das Burgenland. Diesem Grundgedanken hat sich jeder unterzuordnen. Der Gesundheits­bereich, die Pflege, der Mindestlohn und der Umstieg auf mehr biologische Landwirtschaft werden bzw. sind die ersten wichtigen thematischen Schwerpunkte für uns.

Vielen Dank für das Gespräch.

FOTO: Tanja Hofer

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