Der neue Guide A la Carte listet die besten Restaurants des Landes. Die höchstbewerteten Restaurants kennt man gut. Dass einige Neueröffnungen auf Anhieb in die vorderen Punkteränge gelangt sind, ist eine Bestätigung für das hohe Niveau der österreichischen High-Level-Gastronomie.

Heinz Reitbauer vom Steirer­eck in Wien und Andreas Döllerer vom gleichnamigen Genießerrestaurant in Golling haben beide, wie schon im Vorjahr, die Topwertung mit 5 Sternen und 99 von möglichen 100 Punkten. Beide Küchenchefs verkörpern in ihrer jeweils individuellen Stilistik ein „Best of“ der zeitgemäßen österreichischen Küche, serviert von herausragend kompetenten Servicemitarbeitern in einem Ambiente, das den Gästen jeden Komfort bietet.

Die Zahl der Top-Küchen mit hoher Bewertung steigt von Jahr zu Jahr. Gute Küche allein ist da manchmal nicht genug, um das Reservierungsbuch zu füllen. Es liegt am Erfindungsgeist der einzelnen Gastronomen, mit individuellen Angeboten die Gäste zur ­Wiederkehr zu bewegen. Mit außergewöhnlicher, persönlicher Atmosphäre, die zumeist von der Servicecrew verantwortet wird, aber auch ­z. B. von Köchen, die die Teller ­direkt zum Tisch bringen. Ein häufig wechselndes Menü kann ebenso Gäste anlocken wie etwa auch ungewöhnliche Sitzsituationen, zum Beispiel an der Küchen-Bar, dem Chef’s Table.

Die großen Namen der Branche ­haben einen deutlichen Hang zum Zweitlokal. In ihrer sogenannten Bistronomy servieren viele 5- und 4-Stern-Betriebe ein etwas weniger aufwendig gemachtes Speisenprogramm zu vergleichsweise moderaten Preisen in lockerer Atmosphäre. Der Erfolg der Zweitlokale gibt den Betreibern recht.

Den Bistronomy-Trend sollte man aber nicht mit mancherorts existierenden Schnäppchenangeboten gleichsetzen. Es ist eine unselige Entwicklung, die nichts zum Guten wendet, wenn toll klingende Menüs zum Supersonderpreis angeboten werden. Wollen Sie für Ihr Geld wirklich dünne langweilige Wolfsbarschfilets aus dem Zuchtbecken, banal schmeckendes Hühnerfleisch mit anonymer Herkunft und Beilagen, die dank ihrer verblüffenden Gleichförmigkeit einen artifiziellen Charakter besitzen? Gute Produkte sind nach wie vor die Stars in der ­Küche und haben einfach ihren Preis.

Das Comeback des Jahres: Gebrüder Winkler im Auwirt, Kitzbühel (FOTO)

3 Sterne, 79 Punkte: Die Winkler-Brüder sind aus gastronomischer Sicht keine Unbekannten, sie waren stilistisch wie ortsmäßig recht unstet. Nach ihren Zwischenstationen in der Schwedenkapelle und im Schwarzen Adler sind sie mit Unterstützung von Susanne Porsche in im Gasthof Auwirt in Aurach gelandet. Im modernen Zubau aus Sichtbeton und Glas zelebrieren die beiden eine zeit-gemäße Gasthausküche auf höchstem Niveau. Möge alles so bleiben.

Die Besten der Besten auf einen Blick: Tabelle 5 Sterne

Guide A la Carte

A la Carte Wein-Führer + A la Carte Restaurantführer: 30 Euro
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FOTO: Paul Dahan

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