Als frischgebackene Landesrätin will die ehemalige Unternehmensberaterin Daniela Winkler allen Kindern im Burgenland die beste Bildung ermöglichen. schau-Chefredakteur Christoph Berndl hat sich mit der burgenländischen Landesrätin getroffen und mit ihr über ihre Zukunftspläne gesprochen.

schau: Als Landesrätin sind Sie für die Themen Bildung, Kinder, Jugend und Familie zuständig. Ist das Ihr Traumressort?
Daniela Winkler: Genau diese Themen haben in mir die Leidenschaft für die Politik entfacht. ­Darum freut es mich umso mehr, dass ich nun als Landesrätin für diese Bereiche zuständig bin. Als ­berufstätige zweifache Mutter kenne ich die Herausforderungen, die ­Familie und Beruf mit sich bringen. Das war auch der Grund, warum ich in meiner Heimatgemeinde die Ferienbetreuung eingeführt habe. Bildung ist für die Gesellschaft ein zentrales Thema und eine fundierte (Aus-)Bildung die beste Basis für ein erfolgreiches und erfülltes Berufs­leben. Daher möchte ich das beste Bildungssystem für die Burgen­länder. Nach dem Motto „Jedem seine Chance“ muss und wird Bildung im Burgenland für alle leistbar sein.

Wo gibt es bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie Optimierungspotenzial?
In erster Linie geht es darum, Voraussetzungen zu schaffen, dass Eltern die Möglichkeit haben, einen Beruf auszuüben, und das Familienleben dennoch nicht zu kurz kommt. Kinder haben das Recht auf Zeit mit ihren Eltern. Es gibt verschiedene Gründe, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für viele Menschen zu einer unüberwindbaren Herausforderung machen, egal ob es sich um Alleinerzieher handelt oder um Elternpaare. Wenn die Arbeitszeiten samt Wegzeit die Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen übersteigen, stoßen viele berufstätige Eltern an ihre Grenzen. Wir werden das Angebot an Kinderbetreuung erweitern. Dabei ist mir wichtig, eine qualitative Kinderbetreuung zu garantieren.

Ihr Plan ist der Gratis-Kindergarten in allen Gemeinden des Burgenlandes. Welchen Zeitrahmen haben Sie sich für die Umsetzung gesteckt?
Wir möchten dieses Vorhaben so rasch wie möglich umsetzen und in ganz Burgenland flächendeckend den Gratis-Kindergarten anbieten. Die Vorbereitungen dazu haben bereits begonnen

Als Gemeinderätin haben Sie in Ihrer Heimatgemeinde Frauen­kirchen die Ferienbetreuung für Volksschulkinder umgesetzt. Wird das Modell burgenlandweit Schule machen?
Das ist mein Ziel. Wenn wir den Urlaubsanspruch den Ferienzeiten gegenüberstellen, so herrscht ein starkes Ungleichgewicht. Es darf nicht der Fall eintreten, dass die Familien den Urlaub nicht gemeinsam verbringen können, weil die Eltern den Urlaub splitten müssen, um einen möglichst langen Zeitraum abzudecken. Da komme ich wieder zurück auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im Burgenland bieten schon mehrere Gemeinden eine Ferienbetreuung an, aber da gibt es noch Verbesserungsbedarf.

Sie planen kostenlosen Englischunterricht bereits im Kindergarten. Was ist die Idee dahinter?
Wir leben heute in einem vereinten Europa, wo eine gemeinsame Sprache immens wichtig ist. Während meiner beruflichen Tätigkeit habe ich in meiner früheren Firma erfahren, von welcher Bedeutung Englischkenntnisse sind und welche Chancen sich auftun, wenn man Englisch beherrscht. Dass wir mit der Sprachförderung nun schon so früh ansetzen, liegt daran, dass Kinder Sprachen leichter lernen als Erwachsene. Das erste Ziel ist, ab der ersten Klasse Volksschule Gratis-Englischunterricht auf freiwilliger Basis anzubieten. Ein nächster Schritt ist die Förderung der Fremdsprache Englisch in der Elementarpädagogik, das heißt in den Kindergarten zu implementieren.

Vielen Dank für das Gespräch.

Foto: © Tanja Hofer