Seit 1991 verwirklichen die Brüder Norbert und Peter Szigeti in Gols ihre Vision gehobener Sektkultur. Sukzessive haben sie den väterlichen Betrieb von Wein auf Sekt umgestellt und so aus ihrer Kellerei eine Top-Marke für Genießer geformt. Heuer feiern sie das 25-Jahr-Jubiläum und prickelnde Erfolge.

Wie so viele pannonische Erfolgsgeschichten beginnt auch jene von Norbert und Peter Szigeti mit der Übernahme des väterlichen Betriebs. Als der Weinbauer und Weinhändler aus gesundheitlichen Gründen sein Unternehmen an die Jungen übergibt, legt er damit den Grundstein für eine unglaubliche Entwicklung. Die Brüder haben allerdings mit Doppler Rot und Weiß wenig am Hut – und dennoch eine gemeinsame Vision. Sie wollen den heimischen Sektmarkt revolutionieren. Schritt für Schritt stellen sie dafür den Betrieb komplett um.

Sekt ist nicht gleich Sekt

Während Norbert als Kellermeister für die höchste Qualität beim Keltern garantiert, schlägt Peters Herz für Vermarktung und Vertrieb – vor allem zu Beginn keine einfache Aufgabe. „Als wir 1990/91 begonnen hatten, existierten nur drei oder vier Markensekte. Die gab es trocken, halbtrocken oder süß. Wir wollten das von Anfang an anders machen. Unser Name Szigeti sollte als besondere Marke etabliert werden. Daher wollten wir den Konsumenten von Anfang an reinsortige Sekte kredenzen. Es begann mit einem Grünen Veltliner, Welschriesling, ein Roter Zweigeltsekt und Muskat Ottonel folgten“, erinnert sich Peter Szigeti beim Interview an der Bar im hauseigenen Kellerstüberl. So weit, so gut, aber davon mussten erst einmal die Konsumenten überzeugt werden. „Am Anfang war es schwierig, diese reinsortigen Sekte zu verkaufen, weil es die Kunden einfach nicht gewohnt waren. Die Leute sagten: ,Wir wollen keinen Welschriesling, wir wollen einen Sekt.‘ Seinerzeit waren die Sekte zumeist irgendeine Cuvée. Einen ungarisch klingenden Namen mit einem Grünen Veltliner aus dem Burgenland, das konnte sich anfangs keiner vorstellen. Die Qualität und der Geschmack haben sich aber letztlich durchgesetzt. Wir sind unseren Weg trotz einiger Zweifler unbeirrt weitergegangen. Das war letztlich unser Erfolgsgeheimnis.“

Millennium lässt Korken knallen

In den ersten Jahren steckten die Brüder rund 95 % der Umsätze wieder in die Produktion. Marketing war eher ein Fremdwort denn gelebter Alltag. Im Zentrum stand nur eines: der Geschmack der reinsortigen Sekte aus dem Hause Szigeti. Damit wurden die Produkte gleichzeitig zum geschmackvollen, wenn auch einzigen Werbemittel. „Zu Beginn waren wir in Sachen Marketing selbst sehr aktiv. Wir haben fleißig Verkostungen und Degustationsmenüs organisiert. Diese Nähe zu unseren künftigen Kunden war uns immer total wichtig“, sagt Peter Szigeti. Und wann hat das Thema eigentlich wirklich abgehoben? Peter Szigeti: „Das war ganz konkret 1999, im vorgezogenen Millenniumsjahr. Die Menschen haben schon für die Silvesterfeier ins Jahr 2000 eingekauft. Da hat man dann natürlich etwas Spezielles gesucht. Dadurch hatten wir in diesem Jahr einen phänomenalen Umsatzsprung nach oben. Das war unser Sprungbrett. Von da an ging es kontinuierlich nach oben.“Seither hat sich viel getan. Liefen bis 1999 noch gut 90 Prozent der Verkäufe direkt übers Weingut, so hat sich in den letzten zehn Jahren das Geschäft total gewandelt. „Die Gastronomiebetriebe kaufen heute lieber über ihren Großhändler ein und seit 2010 beliefern wir auch den gehobenen Bereich des Lebensmittelhandels für unsere Endkunden. Diese Kooperation mit Merkur und Interspar funktioniert bis heute wunderbar“, sagt Peter Szigeti.

100 % Trauben aus Österreich

Gleich geblieben im vergangenen Vierteljahrhundert ist das Bekenntnis der Szigetis zu höchster Qualität im Glas. Die Trauben dafür kommen ausschließlich aus Österreich, wie Peter Szigeti erklärt. „Wir haben sehr viele Partnerwinzer aus der Region, die uns mit Trauben beliefern. Rund 85 % stammen aus dem Seewinkel oder aus der näheren Umgebung. Ein ganz tolles Gebiet ist rund um Pamhagen, Apetlon, Andau sowie die Golser Hügellandschaft, woher die Trauben für unsere Top-Produkte wie den ,Gols Prestige Brut‘ wachsen. Ganz besonders sind aber auch die Chardonnays und Pinots vom Leithaberg. Rote Trauben und Rosé beziehen wir aus dem Mittelburgenland. Außerdem keltern wir einzelne niederösterreichische Lagensekte.“ Aber auch Biertrinker werden in der Kellerei Szigeti versorgt. Gemeinsam mit der Golser Brauerei hat man ein mit Champagnerhefe in der Flasche vergorenes, naturtrübes Bier kreiert.

Auf 25 weitere Jahre

Im Jubiläumsjahr hat man auch dem Erscheinungsbild der Marke einen sanften Relaunch gegönnt. Das Design wurde weiter aufgewertet, überarbeitet und verschlankt, die Papier- sowie die Kapselqualität wurden nochmals erhöht. Alles in allem ein etwas moderneres Outfit. Und wie sieht es mit den Zielen für die kommenden 25 Jahre aus? Für Peter Szigeti ist das Ziel klar: „Österreich ist generell ein Land der Weintrinker und wer Wein trinkt, der trinkt dann auch Sekt. Unserer Meinung nach natürlich viel zu selten. Sekt muss man schon in der Früh trinken, dann zu Mittag und wieder am Nachmittag. Am Abend sollte man sich ohnehin ein Glaserl gönnen. Das ist zumindest unsere Meinung und die machen wir auch publik.“

Sektkellerei Gebrüder Szigeti GmbH

Vinothek:
Sportplatzgasse 2
7122 Gols
Tel. 02173/36 62
E-Mail: sektkellerei@szigeti.at
www.szigeti.at

TEXT: Christoph Berndl, FOTO: franzhelmreichfotografie

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