Das Märchen der ÖFB-Damen geht weiter: Nach der Qualifikation für die Europameisterschaft in den Niederlanden konnte die Truppe von Trainer Dominik Thalhammer im Test auch Olympiasieger Deutschland Paroli bieten.

Es ist vollbracht! Das ÖFB-Frauen-Nationalteam hat sich tatsächlich für die Europameisterschafts-Endrunde in den Niederlanden qualifiziert. Die Truppe von Trainer Dominik Thalhammer hat somit heimische Fußballgeschichte geschrieben. Wie auch das Herren-Team, haben sich die Frauen erstmals für eine Endrunde qualifiziert. Im letzten Spiel reichten Laura Feiersinger & Co ein 0:0 in Wales zur Quali.

Vor allem der Reifeprozess in den letzten fünf Jahren imponiert Teamchef Dominik Thalhammer: „Wir haben auf einem sehr niedrigen Level begonnen und haben uns bis zum Angriffspressing hinaufge­arbeitet. Der wichtigste Punkt ist aber die Mentalitätsentwicklung, die in den letzten Jahren stattgefunden hat. Ich habe noch nie eine Mannschaft erlebt, die so offen ist, Spielerinnen, die immer für Neues bereit sind und sich immer weiterent­wickeln wollen und die nie stehen bleiben wollen.“

Topfavorit Frankreich, Island und Schweiz schlagbar

Den nächsten Schritt will man jetzt natürlich bei der EURO 2017 in den Niederlanden machen. Die Aus­losung Anfang November brachte dem ÖFB-Frauen-Team schon einmal eine sehr interessante Gruppe. Neben Frankreich, zählt als Nummer vier der Welt zu den Topfavoriten, treten Schnaderbeck & Co  noch gegen Island und die Schweiz an.

„Ich denke, dass es eine gute Auslosung ist. Frankreich ist natürlich ein Weltklasse-Team und der Topfavorit in unserer Gruppe. Die anderen beiden Teams sehe ich in unserer Reichweite. Wir werden unseren Weg, der uns zur EURO geführt hat, weitergehen. Das heißt, wir denken und arbeiten vor allem prozessorientiert. Wenn wir das weiter durchziehen, bin ich überzeugt, dass wir eine gute EURO spielen können“, so Damen-Teamchef Dominik Thalhammer.

Harte Konkurrenz wartet

Die zuletzt gezeigten Leistungen stimmen auch ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner positiv: „Es ist ein großer Erfolg für den heimischen Frauenfußball, erstmals im Konzert der Großen mitzuspielen. Für die Weiterentwicklung des Teams sind die Erfahrungen bei diesem Turnier enorm wichtig.“ Auch Viktoria Schnaderbeck ist mit der Gruppe zufrieden: „Mit Frankreich haben wir sicher einen der Titelfavoriten erwischt. Die Schweiz hat sich in den letzten Jahren an die europäische Spitze herangearbeitet und Island wird ein unangenehmer Gegner werden“, so die ÖFB-Kapitänin.

In der Zwischenzeit hat das Frauen-Team bei einem Testspiel vor 10.000 Fans gegen Deutschland eine tolle Figur abgegeben. Schnaderbeck & Co mussten sich dem großen Nachbarn zwar 2:4 geschlagen geben – konnten zwischenzeitlich aber sogar zum 2:2 ausgleichen. Aber eine knappe Niederlage gegen den amtierenden Olympiasieger und Europameister kann man schon verkraften. Vielleicht gelingt ja den Damen ein Sommer-EURO-Märchen …

ÖFB-Spielplan EM 2017

Dienstag, 18. Juli: Österreich – Schweiz (Deventer)
Samstag, 22. Juli: Frankreich – Österreich (Utrecht)
Mittwoch, 26. Juli: Island – Österreich (Rotterdam)

TEXT: Marco Cornelius, FOTO: ÖFB

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