Sie war zwar nicht die letzte Freundin von Hans Hölzel, allerdings mit ihm verlobt. Das kanadische Model Caroline Perron (43) war von Jänner 1996 bis Februar 1997 die Frau an der Seite des Ausnahmekünstlers, bis sie vor ihm floh. Heute macht sie selbst Musik.

Eine Altbauwohnung unweit der Mariahilfer Straße: Caroline Perron öffnet mit einem Lächeln auf den Lippen die Tür. Bei einer Präsentation im U4 haben wir uns wenige Tage davor zum Interview verab­redet. Sie will mit falschen ­Medienberichten über Hans Hölzels Gewaltexzesse aufräumen und in schau Klartext sprechen. „Wir alle wissen, es gibt gute Presse und es gibt schlechte Presse. Aber auch wenn es schlechte Presse ist, so bleibt es doch Promotion. Ich versuche immer die positive Seite zu sehen, sogar in einer negativen Story“, sagt Caroline Perron. „Ich war mit Hans 13 Monate zusammen. Anschließend bin ich aus der Dominikanischen Republik nach Kanada geflohen.“

Leider war er nie wirklich clean

Stimmt es, dass Hans Hölzel in der Dominikanischen Republik sein ­Leben ändern wollte und clean war? Perron: „Na ja, weißt du, das mit dem Sichändern ist so eine Sache. Er wollte von Österreich weg, wollte sein Leben neu beginnen. Aber die Drogenprobleme waren immer da. Sechs Monate schaffte er es ohne ­Alkohol. Doch dann hatte er wieder einen Rückfall und die Exzesse begannen von Neuem. Ich habe ihn angefleht, eine Entziehungskur zu machen, weil ich befürchtete, dass er sich selbst verlieren würde. Das hat mir wirklich Angst gemacht und mir auch sehr wehgetan. Weil er sich selbst wehgetan hat. Das ist auch der Grund, warum ich ihn verlassen habe. Wäre er trocken gewesen, wäre ich bei ihm geblieben. Das ist der einzige Grund, warum ich ihn ver­lassen habe. Wir hatten keine Liebesaffäre, das war eine ernsthafte Beziehung. Er hat mich gefragt, ob ich ihn heiraten will. An meinem Geburtstag, dem 26. April 1996, hatten wir uns verlobt. Wir behielten es für uns. Die Medien haben nichts davon gewusst, die hatten keine Ahnung.“

Tabletten gegen die Sucht

Wie ist er mit seiner Sucht umgegangen? „Alkohol war ein Problem. Aber er konnte davon wegkommen. Er nahm spezielle Medikamente dafür. Er musste eine Tablette pro Tag nehmen. Wenn er die vergaß, trank er. Also war es sehr wichtig, dass er ­diszipliniert war. Jeden Morgen hat er sie genommen und so sein Ver­langen nach Alkohol eingeschränkt. Manchmal hat er kleine Pausen ­gemacht, einmal eine Woche keine Tabletten genommen und dann wieder fortgesetzt. Kein Problem. Mit den Drogen war das leider nicht so einfach. In der Dominikanischen Republik kommst du so leicht an Drogen. Das würdest du nicht glauben. Außerdem sind sie viel billiger und reiner. Heute bin ich sicher: ­Johann Hölzel war nicht derjenige, der die Drogen brauchte. Das war Falco. Wenn er die Drogen nahm, dann wurde Hans zu Falco.“

Zuletzt berichtete eine Tageszeitung davon, dass er dich geschlagen hätte. Was sagst du dazu? „Das stimmt ­absolut nicht. Weißt du, diese ­Geschichten sind alle nur Spekulationen, reine Propaganda und frei ­erfunden. Ich würde sagen, maximal 25 Prozent von dem, was an Geschichten erscheint, ist wahr. 75 Prozent ist schlicht gelogen. Die letzten zwei Jahre war er weder clean noch trocken. Ich weiß es, weil ich in den Jahren 1996 und 1997 bei ihm war. 1998 ist er gestorben. Aber er war nie aggressiv mir gegenüber. Er hat nie auch nur den kleinen Finger gegen mich erhoben. Niemals. Alles, was darüber in den Zeitungen stand, ist frei erfunden. Er war nie gewalttätig mir gegenüber. Keine Sekunde lang. Ich habe ihn wegen seiner Drogensucht verlassen. Punkt.“

Musikdebut

Carolines erste Single unter dem Künstlernamen OOTA heißt „Die Sonne“. Erhältlich unter anderem via iTunes. www.ootamusic.com

TEXT: Christoph Berndl, FOTO: Kristian Bissuti

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