In seiner Brust schlugen zwei Herzen: Das des Wiener Buam Hans Hölzel und das der von ihm geschaffenen Kunstfigur Falco. Zum 20. Todestag des österreichischen Superstars wirft schau einen Blick auf die Musiklegende, die ihren größten Hit anfangs gar nicht singen wollte.

Zu Lebzeiten polarisierend und oft unverstanden. Von den Massen geliebt, doch im tiefsten Inneren einsam – und unnahbar. Überraschend aus dem Leben gerissen durch Todesumstände, die das Mysteriöse in sich bergen. Das ist der Stoff, aus dem Legenden gemacht werden.

Das Leben des Wieners Johann „Hans“ Hölzel (19. Februar 1957 bis 6. Februar 1998) vereint all diese Elemente. Als Falco erklomm er die höchsten Gipfel des Musikgeschäfts und durchschritt die tiefsten Täler eines Künstlerlebens.

Bis heute unvergessen

Im Februar 2018 jährt sich sein Todestag zum 20. Mal. Noch immer sind viele Fragen ungeklärt und bilden den Nährboden für Spekulationen. Als gesichert gilt nur, dass Hans Hölzel am 6. Februar 1998 durch einen tödlichen Autounfall in der Dominikanischen Republik ums Leben kam. Dort hatte er sein Domizil aufgeschlagen, war dabei, sein Leben und die Karriere zu ordnen und ­arbeitete an neuen musikalischen Projekten. Am 6. Februar 1998 lenkte Hans Hölzel um 16.40 Uhr seinen dunklen Mitsubishi Pajero vom Parkplatz der „Tourist Disco“.

In diesem Augenblick wurde sein Fahrzeug von einem Reisebus erfasst. Er war auf der Stelle tot. Der Gerichtsmediziner sollte später von ­einem Polytrauma mit mehr als 40 schweren Verletzungen berichten. Im Blut fanden sich 1,5 Promille Alkohol sowie Kokain und Marihuana. Gerüchte, es könnte sich um Suizid gehandelt haben, werden von vielen, die ihn gut kannten, als völlig absurd abgetan. schau fragte im Umfeld des Künstlers nach: Was blieb von Falco?

Hans und sein super Schmäh

Als Erstes spreche ich mit Erich Joham. Er war Falcos Friseur und Freund. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. „Seine Musik, was sonst? Ich kannte ihn ja von Anfang an. Da hatte er noch die langen Haare. Geschickt hat ihn mir damals die Katharina Braunsteiner, eine Redakteurin bei den ,Seitenblicken‘. Sie meinte: ,Der passt zu dir.‘ Auf einmal stand er da mit den langen Sprudlern und mit dem Hut. Oft ist er stundenlang bei mir im Salon hinten im Kammerl gesessen und hat Mickey-Mouse-Hefteln gelesen“, erinnert sich Joham und ergänzt: „Er hatte aber eine arge Ausstrahlung. Wenn er wo war, auch bei mir, hatte er immer das Sagen und den besten Schmäh. Oft war er eingekreist von irgendwelchen Typen oder was weiß ich, was die waren, die haben sich eingebildet, sie sind seine Hawara. Aber er hat die Sachen nicht durcheinandergebracht. Da gibt es ein gutes Zitat von ihm. Sagt einer zu ihm: ,Servas Hans, geh, gib mir deine neue Handynummer.‘ Darauf hat er nur gesagt: ,Oida, ich bin nur mehr erreichbar unter meiner Kontonummer.‘ Da war er schon Schallplatten-Millionär.“

In Zwettl treffe ich Rupert Leutgeb. Der Journalist und Buchautor kannte Falco seit 1978. Kennengelernt haben sie sich im ehemaligen Wiener Szenelokal „Voom Voom“ in der Daungasse 1. Bis kurz vor Hölzels Tod waren die beiden oft in Kontakt.

In Zwettl treffe ich Rupert Leutgeb. Der Journalist und Buchautor kannte Falco seit 1978. Kennengelernt haben sie sich im ehemaligen Wiener Szenelokal „Voom Voom“ in der Daungasse 1. Bis kurz vor Hölzels Tod waren die beiden oft in Kontakt.

Godfather des weißen Rap

„Ja, der Hans war auch öfter bei mir in Zwettl. Hier haben ihn die Leute beim Fortgehen in Ruhe gelassen. Im Dezember 1997 haben wir sogar noch gemeinsam eine Benefiz-Autogrammstunde für behinderte Kinder organisiert“, erzählt Leutgeb. „Musikalisch war der Hans immer ein Visionär. Er war ja der erste Weiße, der gerappt hat, der ,Godfather of white rap‘. Dadurch ist er auch international groß geworden. Wenn man sich heute seine Produktionen anhört, klingen die so frisch, dass du sie sofort wieder in die Charts bringen könntest.“

Falcos erster großer Solo-Hit war übrigens „Der Kommissar“. Die Musik wurde vom Produzenten Robert Ponger ursprünglich für den Vorarlberger Rockprofessor Reinhold Bilgeri komponiert. Dieser winkte jedoch ab und so kam Hans Hölzel zum Zug. Er schrieb den ­legendären Text zur Nummer – der Rest ist Musikgeschichte.

Den kompletten Beitrag finden Sie auf readly.at.

Readly: Die Magazin Flatrate

Bei Readly können Sie das schau Magazin und über 2600 weitere Magazine auf Ihrem Smartphone und Tablet lesen.

Tipp für Falco-Fans

Falco Convention 2018 mit Konzert der Falco-Band feat. Harry Sokal u. v. a. m.17. März 2018, Orpheum Wien, Tickets und Info; www.orpheum.at

TEXT: Christoph Berndl, FOTO: Kristian Bissuti

Das könnte Sie auch interessieren

Intendanten auf Safari FOTOS: Tanja Hofer schau und die St. Martins Therme & Lodge schickten die Intendanten auf Safari Einfach näher dran am Lesegenuss – das ist di...
Thomas Brezina hebt endgültig ab … und doch wieder nicht Erfolgreicher Kinderbuchautor, TV-Star und nun Gestalter der neuen, spannenden Erlebniswelt am Flughafen Wien: Thomas Brezina ist ein niemals ruhender...
Die „Grande Dame der Wiener Moderne“ 2018 ist das Jahr der Wiener Moderne. Ganz Wien feiert Gustav Klimt, Otto Wagner und Co. Doch auch eine Frau hat der Epoche ihren Stempel aufgedrückt:...
Falco war es, der die Drogen brauchte Sie war zwar nicht die letzte Freundin von Hans Hölzel, allerdings mit ihm verlobt. Das kanadische Model Caroline Perron (43) war von Jänner 1996 bis ...
Share This