Der Energiemarkt bleibt spannend. Nicht nur die Beziehung zwischen Anbieter und Kunde verändert sich. Welche Trends in Zukunft den Markt prägen werden, hat Preview den Energie-Burgenland-Vorstandsvorsitzenden Michael Gerbavsits gefragt.

Preview: Das Burgenland ist seit 2013 stromautark. Was hat die Energie Burgenland dazu beigetragen?
Michael Gerbavsits: Wir haben seit 1997 rund eine Milliarde Euro investiert, davon 860 Millionen Euro in die Windstromproduktion, 116 Millionen Euro in den Bereich Biomasse und 5 Millionen Euro in den Photovoltaik-Bereich. Unser Ziel war, mit der Produktion von Ökostrom das Burgenland rechnerisch stromau-tark zu machen. Bereits seit 2013 erzeugen wir im Burgenland mehr Ökostrom, als hier verbraucht wird.

Wie viel will die Energie Burgenland in den weiteren Ausbau investieren?
In der dritten großen Ausbaustufe nehmen wir rund 420 Millionen Euro in die Hand und investieren weiter in den Windkraftausbau, den Netzausbau und in Photovoltaik-Projekte. Zudem investieren wir 6 Millionen Euro in die Instandhaltung des Erdgasnetzes sowie 60 Millionen Euro in das heimische Stromnetz.

Wo gibt es noch Platz für neue Windkraftanlagen?
Wir setzen auf Repowering-Projekte. Das heißt, alte Anlagen aus der -ersten Ausbauphase werden durch neue, leistungsfähigere ersetzt. Dadurch wird die Anzahl der Windkraftanlagen im Burgenland verringert, die Leistung steigt aber bis 2020 auf 620 Megawatt – das ist eine Leistungssteigerung von circa 20 Prozent.

Von welchen Vorteilen profitiert die Wirtschaft?
In unserer Vorreiterrolle als größter Ökostromproduzent tragen wir beträchtlich zur Wertschöpfung des Landes bei. Von einer Gesamtwertschöpfung von rund 480 Millionen Euro profitieren selbstverständlich die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt. In Österreich bewirken wir durch unsere Investitionen insgesamt 3.500 Arbeitsplätze, davon sind 1.500 allein im Burgenland.

Wie sehen Sie die Zukunft der Energiebranche und der Energie Burgenland? Was sind die Herausforderungen?
Wenn wir in die Zukunft blicken, wissen wir, dass es neben der E-Mobilität auch um andere interessante potenzielle Zukunftsfelder wie Power-to-Gas oder die Sektorkopplung geht. Wir beteiligen uns auch an innovativen Projekten wie dem „Green Energy Lab“, wo an neuen Technologielösungen gearbeitet wird, um in Zukunft Strom und Wärme in Österreich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen zu können. Ein großer Schritt ist auch die Digitalisierung, die alle Stufen in der Wertschöpfungskette betreffen wird.

Was hat sich bei den Kunden verändert? Wohin geht der Trend?
Generell hat sich das Verhältnis zwischen Lieferant und Kunde verändert. Kunden werden zu Partnern und Produzenten, was eine andere Art der Zusammenarbeit nach sich zieht. Der Trend geht außerdem hin zu Individualisierung und personenbezogenen Lösungen sowie persönlichen Tarifmodellen.

Vielen Dank für das Gespräch.

FOTO: RichardNeubauer/EnergieBurgenland

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