Marc Elsbergs Thriller zählen zur Pflichtlektüre für alle, die Nervenkitzel lieben. Sein neues Buch „Helix“ setzt sich mit einer nicht ganz unwichtigen Frage auseinander: Was macht den Menschen aus?

Sie werden uns ersetzen. In „Helix“, dem neuen Thriller von Marc Elsberg, dreht sich alles um biotechnologische Machenschaften. Super-Designerbabys als nächste Stufe der Menschheit sind zwar noch Science-Fiction, viele der anderen Elemente in seinem Buch sind längst Realität. „Schauen Sie sich doch einfach hier um“, sagt Marc Elsberg im Café Halle im MuseumsQuartier. „Ich bin sicher, fast jeder trägt Gentechnik am Leib.“ 80 Prozent aller Baumwollpflanzen sind genverändert. Enzyme von gentechnisch veränderten Organismen machen es möglich, bei 30 Grad Kleidung zu waschen. „In ‚Helix‘ sind eigentlich nur zwei Dinge Science-Fiction: die Designerbabys und eine Frau als US-Präsidentin“, sagt der Autor mit einem schelmischen Grinsen.

Thriller trifft Technologie

Er ist der Millionenseller aus Wien. 2012 wurde der Name Marc Elsberg schlagartig zum Haushaltsnamen in der Spannungs- und Wissenschaftsliteratur. „Blackout“, sein Technik-Thriller rund um einen katastrophalen Stromausfall, machte ihn zum Erfolgsautor. Sein zweites Buch, „Zero“, widmete sich Hackern und dem Datenschutz und gewann, wie auch schon „Blackout“, den Titel „Wissensbuch des Jahres“. „Helix“ widmet sich der Biotechnologie. Auf den ersten Blick sind Techno-Thriller ein total unösterreichisches Genre. Hierzulande widmen sich die meisten Autoren lieber gemütlich-grantigen Kiberern.

Ist Marc Elsberg der Michael Crichton der Donaumetropole? „Ich sehe meine Bücher nicht unbedingt also Techno-Thriller. Mir geht es um Menschen, die Konflikte, in die sie stolpern, und die Entscheidungen, die sie treffen müssen.“ Gentechnische Veränderungen an Kindern stehen im Zentrum des Buchs. Sind Menschen am Ende wirklich nur Nukleotide und Aminosäure, die – richtig programmiert – Leben ergeben. „Die Entwicklung von synthetischem Leben läuft. Bakterien werden zu Insulinproduzenten umprogrammiert, in Hunderten ­Labors forscht man an gentechnischen Mitteln gegen Krankheiten.“

Viele dieser Entwicklungen gehen an der Menschheit spurlos vorbei. „Das ­erinnert ein ­wenig an die drei Affen, die nicht ­sehen, hören oder reden. In Wirklichkeit tut sich Unglaub­liches.“ Die Genomforschung kommt der Entschlüsselung des Puzzles Mensch immer näher.

Ein Werbeprofi und Comicfan

Elsbergs enormer Rechercheeinsatz bringt ihm Publikumserfolg und ­Anerkennung in Fachkreisen. Hat sich sein Leben mit dem Erfolg verändert? „Ja. Die Art meines Lebens ist eine komplett andere. Ich war 20 Jahre lang in der Werbebranche, etwa bei Agenturen in Wien und Hamburg, aber auch freiberuflich ­tätig. Seit fünf Jahren schreibe ich im Wesentlichen von zu Hause aus oder gehe auf Lesereise und werde zu Industrieunternehmen oder von der Politik eingeladen“, sagt Elsberg.

Er ist in der privilegierten Situation, von seinen Büchern leben zu können und das schreiben zu dürfen, was er möchte. Unter seinem bürgerlichen Namen Marcus Rafelsberger hat er davor schon Bücher veröffentlicht, mit weniger Erfolg. Umso dankbarer ist er jetzt. „Das Einzige, das sich nie geändert hat, ist, dass ich meinen Job gerne mache. Das war in der Werbung so, das ist jetzt immer noch so und wird hoffentlich so bleiben.“

Wenn er nicht gerade schreibt, entspannt sich Elsberg gerne mit Comics und Graphic Novels. Nicht unmöglich also, dass man dem Thrillerkönig in einem Wiener Comicladen über den Weg läuft.

TEXT: Christian Posch, FOTO: Reiner Riedler

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