Sie ist Österreichs erfolgreichster, weiblicher Popstar. Nach der Babypause meldet sich Christina Stürmer zurück. Im schau-Interview verrät sie uns, wie sie Rock ’n’ Roll und Mutterrolle unter einen Hut bringt, warum sie in Sachen Social Media leiser tritt und wann es ein neues Album geben könnte.

Überglücklich, so könnte man Christina Stürmer 2017 mit einem Wort beschreiben. Die Sängerin kommt nach der Geburt ihrer Tochter aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. Was wir aber unbedingt wissen wollen: Wie gelingt es ihr, Baby und Bühne zu vereinen?

schau: Du bist seit diesem Frühjahr erstmals „Mama on Tour“. Ich habe gelesen, deine Schwester Magdalena springt mitunter als Nanny für deine Tochter Marina ein und dein Freund Oliver spielt ja in der Band Gitarre. Das klingt nach einem kleinen Familien­betrieb, oder?
Christina Stürmer: Eigentlich ja. Meine Schwester fährt immer mit, wenn sie Zeit hat. Auf der heurigen Deutschland-Tour hat sie uns die ganze Zeit begleitet. Jetzt im Sommer, wo wir fast jedes Wochenende spielen, ist sie nur sporadisch dabei. Sie ist im letzten Jahr auf der Uni, selbst noch jung und mag wahrscheinlich nicht unbedingt jedes Wochenende mit uns Hunderte Kilometer im Bus sitzen (lacht). Aber das ist kein Problem, denn im Endeffekt reißt sich jeder darum, am Wochenende mitzufahren. Meine Eltern, die Eltern von Oliver oder eben meine Schwester. Es ist wirklich alles Familie.

Magst du diesen familiären Tour-Tross?
Mir war das immer wichtig und ich muss auch dazusagen, dass wir da gesegnet sind. Marina gefällt es einfach total, auf Tour zu sein. Sie liebt es, im Bus zu fahren. Da schläft sie dermaßen gut, wenn es so ruckelt, das ist unglaublich. Ich hab immer geglaubt, das ist nur ein bisschen Aberglaube, die Sache mit dem Baby auf der Waschmaschine … aber nein, es ist wirklich wahr.

Ist doch praktisch, so kannst du selbst auch zwischen den Shows entspannen.
Also wir haben echt schon überlegt, dass wir irgendeinen Motor bei uns zu Hause an Marinas Bettchen anbringen (lacht). Nein, das war natürlich nur ein Spaß.

Hattest du nach der Babypause mitunter auch Gedanken à la „Hoffentlich haben mich meine Fans nicht vergessen“?
Na ja, zum Glück kann man das am Ticketvorverkauf im Vorfeld ganz gut abschätzen. Du weißt dann bereits vorher, dass jetzt nicht nur zehn Leute in der Halle sein werden. Die Konzerte in Deutschland waren dann ja großteils ausverkauft. Da ist mir dann natürlich ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen, wenn man weiß, okay, die Halle ist voll, die Fans sind da und das ist einmal gut.

Wie hältst du zu deinen Fans abseits der Konzerte eigentlich Kontakt – via Social Media?
Seit Marina da ist, habe ich mich aus den ganzen Social-Media-Kanälen ein bisschen zurückgezogen. Ganz einfach, weil ich die Zeit ­dafür nicht mehr finde. Es gibt  so viele Sachen zu tun und zu entdecken mit der Kleinen, dass ich oft dieses „Ah, ich muss ein Foto machen, ein Foto posten, ein Foto machen, ein Foto posten …“ schlicht vergessen habe. Ich mache alles ­selber. Ich könnte es abgeben, will es aber nicht, da ich das komisch finde. Da wird das Ganze gleich so unpersönlich und das Schöne an Social Media ist ja, dass es vom Künstler selbst kommt – finde ich zumindest.

Laut deinen eigenen Worten führst du derzeit ein Spießer­leben. Vermisst du das Popstar-Feeling oder geht es dir gar nicht ab?
Im Moment bedeutet der Rock ’n’ Roll bei uns Malzbier und Schnuller. Abgehen, in dem Sinne, tut mir nichts. Ganz einfach, weil es mit der Kleinen so viel Spaß macht und man alles ganz anders erlebt als früher. Früher war ich auf mich selbst fokussiert und bin den ganzen Tag Backstage gesessen und hab in den Laptop reingestarrt. Ich hab im Internet herumgesurft, Facebook, ­Instagram, Twitter und wie sie alle heißen … viel Zeit auch vergeudet. Mit Marina geht das auch gar nicht mehr.

Was bedeutet das?
Jetzt, mit der Kleinen, ist es halt so, dass man ganz einfach viel mehr rauskommt und sich auch die Orte anschaut, in denen wir auftreten – anschauen kann oder anschauen muss sozusagen. Weil man halt einfach mit der Kleinen logischerweise rausgeht und weil Marina draußen tausend Mal mehr Sachen sieht, als wenn sie immer nur im Bus sitzt oder im Backstage-Raum.

Eröffnet dir das auch neue Perspektiven?
Ja, es eröffnet auch mir, ehrlich gesagt, den Horizont mehr, seitdem die Kleine da ist. Gleichzeitig haben wir trotzdem auf Tour noch immer ein bisschen Rock-’n’-Roll-Feeling denn wir sind ja mit dem Night­liner unterwegs. Da sitzt die ganze Crew im Bus zusammen und die trinkt natürlich Bier und kein Malzbier (lacht). Das bleibt mir immer ganz alleine, das trinkt mir niemand weg. Es ist ja nicht so, dass ich von der Bühne runterkomme und dann sofort ins Bett gehe. Der Rock ’n’ Roll hat halt bei mir im Moment keinen Alkohol, aber den brauche ich nicht unbedingt.

Das komplette Interview finden Sie auf readly.at.

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Christina Stürmer wurde am 9. Juni 1982 in der oberösterreichischen Landeshauptstadt geboren. Bei der bekannten ORF-Castingshow „Starmania“ im Jahr 2003 erreichte sie den zweiten Platz. Damit begann der kometenhafte Aufstieg der Sängerin.

www.christinaonline.at

INTERVIEW: Christoph Berndl, FOTO: Mateusz Tondel

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