Der Burgenländer Edmund Gollubits leitet seit Anfang 2008 in Baden Österreichs größtes Casino. Als Direktor kennt er nur ein Ziel: seinen Gästen das ultimative Erlebnis zu bieten. Im schau-Interview erklärt er, wie das in der Praxis aussieht.

schau: Als Casino-Direktor ist man ja praktisch rund um die Uhr im Einsatz. Wie organisiert man sich da und findet seinen Ausgleich?
Edmund Gollubits: Wenn man das größte Casino Österreichs verwaltet, dann hat man natürlich ein sehr breites Aufgabengebiet. Als -Direktor bist du 24 Stunden verantwortlich und auch viel im Haus. Als Burgenländer habe ich das große Glück, sehr nah am Casino zu wohnen. Ich lebe ja nur 25 Minuten entfernt. Bei uns im Burgenland kann ich perfekt abschalten, das taugt mir. Und ich fühle mich dort sehr wohl. Ich bin gerne in der Natur und spiele auch gerne Golf bei uns im Burgenland.

Wie lässt sich Ihr Job mit der Familie vereinbaren?
Das funktioniert super. Meine Frau und ich haben uns kennengelernt, bevor ich ins Casino gegangen bin. Sie kennt also die ganze Geschichte. Sie erzählt immer gerne, mit einem Schmunzeln, dass wir vierzig Jahre verheiratet sind, davon waren wir  15 Jahre zusammen. Ich genieße da volle Unterstützung durch die Familie.

Seit wann sind Sie Direktor im Casino Baden?
In diesem Haus bin ich schon das elfte Jahr Direktor. Ich war aber -vorher schon in vielen westlichen Casinos, etwa in Kitzbühel oder Innsbruck. Zwei Jahre habe ich auch im Casino Wien verbracht.

Das heißt, Sie blicken auf eine lange Casino-Karriere zurück?
Ja, 42 Jahre sind es jetzt. Seit 1976 bin ich dabei. Damals bei der Olympiade in Innsbruck hatte ich meinen ersten Studentenjob bei den Casinos, der sich halt ein bisschen verlängert hat (lacht).

Was ist das Besondere an Ihrem Haus?
Unser Haus besteht aus drei großen Einheiten. Das Spiel ist natürlich das Hauptthema eines Casinos, aber darüber hinaus gibt es bei uns noch andere Schwerpunkte. Zum einen die Gastronomie, die bei uns sehr gut und qualitativ hochwertig positioniert ist, und zum anderen die Veranstaltungen. Da sind wir ein atypisches Casino. Außer uns bietet das nur mehr Velden in dieser Größenordnung an. 200 Veranstaltungen stehen auf dem Programm. So begrüßen wir jährlich in Summe rund 300.000 Gäste, die ein besonderes Erlebnis suchen und bei uns auch finden.

Ihr Haus ist Teil eines Konzerns und da gibt es natürlich auch Richtlinien. Wie viel persönlicher Gestaltungsraum bleibt wirklich?
Das große Glück bei uns ist, dass alle unsere Führungskräfte aus dem Inneren des Unternehmens selbst entwickelt werden. Wir lernen das Casino von der Pike auf. Im Grunde genommen, atmen wir es. Das -Tagesgeschäft ist sehr individuell, da wir unterschiedliche Gästestrukturen haben. In unser Haus kommen vor allem inländische Gäste, in Summe fast 90 Prozent. Wien ist dabei für uns sehr wichtig. Damals in Tirol war das ganz anders. Da hatten wir 80 Prozent Touristen. Aufgrund der Struktur unseres Publikums ist auch die Erwartungshaltung eine ganz andere. Das ist das Spannende daran. Wir geben nichts vor, sondern müssen auf den Gast reagieren. Wir wollen ihm das wirklich perfekte Erlebnis bieten.

Wie hat sich das Thema Casino in den letzten 42 Jahren verändert?
Als ich meine Karriere begann, konnten meine Eltern mit dem Thema Casino nichts anfangen. Im nördlichen Burgenland war das -Casino Baden zwar bekannt, aber es war etwas ganz Exotisches. Damals gab es in Österreich sechs Casinos, dann kam die Zeit der Erweiterungen, heute sind es zwölf Häuser. -Damals war es eine supertolle Zeit. Die Branche ist gewachsen und der damalige, charismatische Generaldirektor Dr. Leo Wallner hat das Thema vorangetrieben.

Im Laufe der Jahre hat sich das Geschäftsmodell dann verändert und wir sind auf die Masse gegangen. Die Häuser wurden immer größer, das Publikum erweitert. Den Spagat zu finden, zwischen exklusivem James-Bond-Feeling und einem Programm für die breite Masse, ist manchmal schwierig. Da tun wir uns vielleicht eine Spur leichter. Unser Haus ist sehr groß und bietet damit auch mehr Möglichkeiten. Wir kombinieren unsere Stärken im Sinne des Kundenerlebnisses – Veranstaltungsbesuch, dann fein essen und zum Schluss die kleine Spannung im Casino.

Das komplette Interview finden Sie auf readly.at.

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Casino Baden

Kaiser-Franz-Ring 1
2500 Baden

Öffnungszeiten:
tägl. von 11 bis 03 Uhr
Telefon 02252/444 96
www.casinos.at/de/baden

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