Für Burgenlands Wirtschaft war 2017 ein erfolgreiches Jahr. Die gute Konjunktur wirkte sich auf den Arbeitsmarkt aus: Die Arbeitslosigkeit sank, Betriebsansiedlungen schafften fast 1.000 Jobs. Im schau-Interview wagt WiBuG-Geschäftsführer Harald Zagiczek einen Ausblick auf das heurige Jahr.

Seit einem Jahr hat die Wirtschaft Burgenland GmbH – WiBuG einen neuen Geschäftsführer: Harald Zagiczek. Warum er eine positive Bilanz zieht und optimistisch in die Zukunft blickt, verrät er im schau-Interview.

schau: Wie sieht die Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahrs 2017 aus? Sind Sie zufrieden?
Harald Zagiczek; Ich bin mit dem Geschäftsjahr 2017 sehr zufrieden. Dass sich das Burgenland sowohl national als auch international behaupten kann, haben wir durch etliche Betriebsansiedlungen im Jahr 2017 eindeutig bewiesen. Als absolutes Highlight der Ansiedlungsserie hat sich das ­renommierte Familienunternehmen Schlumberger für den Businesspark Müllendorf entschieden. Darüber hinaus investiert die WiBEBA Holz GmbH in ein modernes Sägewerk im Businesspark Heiligenkreuz. Auch im Businesspark Parndorf/Neusiedl am See tut sich einiges.

Die Firma XXXLutz eröffnete im Sommer 2017 ein weiteres Möbelhaus, während ganz in der Nähe eine Investorengruppe rund um CINEPLEXX Austria ein modernes Kino- bzw. Entertainment-Center errichtet. Im Businesspark Kittsee hat die Firma Mauer & Partner GmbH, ein modernes Kunststoffproduktionsunternehmen aus Deutschland, mit insgesamt 45 Mitarbeitern den Betrieb aufgenommen. Diese Betriebsansiedlungen sind der Beweis dafür, dass unser Vermarktungskonzept der Dachmarke „Businessparks Burgenland“ voll aufgeht und wir auf dem richtigen Weg sind, den zukunftsträchtigen Standort Burgenland auszubauen. Weitere Projekte befinden sich derzeit in der Pipeline. Darüber hinaus werden bereits am Standort Burgenland etablierte und namhafte Betriebe wie beispielsweise Vossen oder Lenzing Fibers weiter ausbauen und entsprechend investieren. Im Förderbereich haben wir unser Angebot an die Bedürfnisse der burgenländischen Unternehmen angepasst und neue Förderrichtlinien ins Leben gerufen.

Harald Zagiczek, WiBuG-Geschäftsführer

Was passiert 2018? Welche Schwerpunkte sind geplant? Welche Projekte sind heraus­zustreichen?
Der Fokus der Wirtschaft Burgenland liegt natürlich auch zukünftig in der bestmöglichen Unterstützung der burgenländischen Wirtschaft. Arbeitsplätze schaffen und Fördermittel effizient platzieren lauten unsere obersten Zielsetzungen. Auch 2018 wird ein spannendes, gewinnträchtiges Jahr. Mit überzeugenden Argumenten wollen wir veranschaulichen, warum gerade das Burgenland für innovative und technologieorientierte Unternehmen äußerst attraktiv ist. Aus ­diesem Grund wurde die Funktion des „Innovationsmanagers“ in der Wirtschaft Burgenland geschaffen.

Dieser soll aktiv die Unternehmen des Landes betreuen und vor Ort in den Betrieben über die Fördermöglichkeiten von innovativen Projekten informieren und sodann begleiten. Ich erwarte mir durch diese Maßnahmen eine massive Steigerung an Förderanträgen für innovative Projekte und letztendlich eine Stärkung unserer tüchtigen, heimischen Unternehmen. Ein zusätzlicher Schwerpunkt ist die Ausdehnung der Akquisitionstätigkeit im Bereich Standortmarketing und Betriebsansiedlung, vor allem am internationalen Markt, wo wir uns hohe Ziele gesetzt haben.

Wird die Wirtschaft weiter wachsen?
Ich bin davon überzeugt! Nach dem Rekordwirtschaftswachstum 2016 prognostizierten Experten für das Jahr 2017 ein Plus von drei Prozent. Angesichts der mir bekannten Projekte sehe ich eine sehr hohe Investitionsfreudigkeit der Unternehmen im Land, was das Wachstum weiter anfachen wird. Wir werden das Unsere dazu beitragen, die Unternehmen optimal zu begleiten und zu unterstützen. Ich bin davon überzeugt, dass sich durch unsere Aktivitäten im Bereich des Standortmarketings weitere Betriebe im Burgenland ansiedeln werden, was mit zusätzlichen Investitionen und Arbeitsplätzen verbunden ist.

Wie sieht die Zusammenarbeit im Ausland aus? Expandieren burgenländische Firmen auch ins Ausland?
Gute Nachrichten gibt es auch vom burgenländischen Export. Wir erwarten für 2017 ein leichtes Exportplus. Insgesamt dürfte sich das ­Gesamtvolumen bei rund zwei Milliarden Euro einpendeln.

Gerade für exportorientierte burgenländische Unternehmen haben wir im Jahr 2017 mit unserer Internationalisierungsrichtlinie ein besonders attraktives Förderangebot geschnürt. Im Rahmen dieser Förderaktion können burgenländische Unternehmen mit bis zu 40 Prozent Förderung für strategische Markt­erschließungsmaßnahmen, für die Einrichtung eines Internationalisierungsbeauftragten und für export­orientierte Werbeaufwendungen rechnen. Besonders erfreulich ist, dass diese Maßnahme auch für Großbetriebe gilt.

Wie steht es generell um die burgenländischen Unternehmen? Gab es viele Neugründungen?
Mit über 1.700 Neugründungen und einer Gründungsintensität von 9,3 % ist das Burgenland 2017 Gründerland Nummer eins in Österreich. Seitens der Wirtschaft Burgenland bieten wir auch künftig beste Voraussetzungen für die Ansiedlung neuer Betriebe im Burgenland, damit auch weiterhin die erfolgreiche Entwicklung gewährleistet ist.

Die WiBuG hält einige für das Burgenland wichtige touristische Beteiligungen. Wie haben sich die Resorts entwickelt?
Wir sind mit der Performance unserer Resorts (Sonnentherme Lutzmannsburg, St. Martins Therme & Lodge  in Frauenkirchen und AVITA Resort in Bad Tatzmannsdorf) höchst zufrieden.

Die Sonnentherme Lutzmannsburg mit ihrer einzigartigen Fokussierung auf Kinder, Babys und Familie wird weiter wachsen und sich positiv entwickeln. Wir konnten im Jahr 2017 mit einem Plus von zwei Prozent bei den Thermeneintritten sogar noch das Jahr 2016 überbieten. Die auf Wellness, Natur und Kulinarik ausgerichtete St. Martins Therme & Lodge entwickelte sich im Jahr 2017 ebenso hervorragend. Wir konnten die immens hohe Hotelauslastung vom Jahr 2016 auch ins Jahr 2017 mitnehmen. Aufgrund der guten Entwicklungen im AVITA Resort in Bad Tatzmannsdorf strebt man weitere Investitionen im Bereich „Day Spa“, eine Pool Bar in der Therme sowie weitere Attraktivierungsmaßnahmen im Hotel an. Auch in diesem Segment sind wir für die Zukunft sehr gut aufgestellt.

Vielen Dank für das Gespräch!

Wirtschaft Burgenland GmbH – WiBuG
Technologiezentrum Marktstraße 3
7000 Eisenstadt
Tel.: +43 (0)5 90 10-210
www.wirtschaft-burgenland.at

INTERVIEW: Michael Krause, FOTOS: WIBUG/Paul Szimak

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