Kaum jemand hat damals nicht geschluchzt, als Whitney Houston wieder aus dem Flugzeug gelaufen und in Kevin Costners Arme gefallen ist. Heute darf im Ronacher geschmachtet und mitgesungen werden: Bodyguard ist wieder da!

Der filmhit der Neunziger ist jetzt auch auf der Musicalbühne im Wiener Ronacher angekommen. ­Patricia Meeden spielte bereits drei Jahre lang die Hauptrolle Rachel Marron in Köln. Seit September sieht man sie nun auch in Österreich neben Co-Star Jo Weil, der ihren Bodyguard und Liebhaber Frank Farmer mimt. Jesus Christ Superstar, Cabaret, Sister Act und viele andere bekannte Titel finden sich in Patricia Meedens Vita. Mit schau plaudert sie über ihre Rolle und ihre Arbeit als Schauspielerin auf der Bühne … und vor der Kamera.

schau: Wie gefällt es Ihnen in Wien, haben Sie schon ein Lieblingsplätzchen gefunden?
Patricia Meeden: Ich habe mich in Wien verliebt. Es gibt viele Orte, die ich schön finde, aber nach so kurzer Zeit habe ich noch keinen Lieblingsort gefunden, nur Lieblingsrestaurants 🙂

Welches Gefühl ist es, die Liebesballade der letzten Jahrzehnte zu singen?
Ein schönes. „I will always love you“ ist eine zeitlose Ballade, jeder kann sich mit diesem Song identifizieren. Daher liebe ich die Reaktion, die dieses Lied bei unseren Zuschauern auslöst.

Würden Sie sich ein Happy End für Rachel und Frank wünschen oder ist das Ende gut so wie es ist?
Ich würde ihnen ein Happy End wünschen. Sie hätten es verdient.

Was verbindet Sie mit dem bzw. unterscheidet Sie vom Charakter Rachel Marron?
Uns verbindet unsere Zielstrebigkeit und Loyalität. Rachel sagt immer ganz klar, was sie denkt, ohne Rücksicht auf Verluste. Diese Eigenschaft hätte ich gerne. Ich bin diesbezüglich oft zu zurückhaltend.

Es ist offensichtlich, dass auf der Musicalbühne Ihr Platz ist. Wie ist es aber, vor der Kamera zu stehen? Kein Vergleich oder fühlen Sie sich auch vor der Kamera pudelwohl?
Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen. Ich mache das seit 14 Jahren und es macht mich sehr glücklich, aber Dreharbeiten erfüllen mich zusätzlich auf eine ganz andere Weise. Ich fühle mich wirklich sehr wohl vor der Kamera. Es ist eine ganz andere Arbeit, und das macht sie für mich so spannend. Man erreicht viel mehr Leute, sie sind näher an einem dran. Musical genießt im deutschsprachigen Raum leider nicht das Ansehen und die Wertschätzung, die es in England oder Amerika genießt.

Das finde ich traurig, besonders wegen der harten Arbeit, die in der Musicalbranche geleistet wird. Das ist auch der Grund, warum ich mich in Zukunft mehr auf TV und Film-Engagements konzentriere und nur noch ganz besondere Rollen im Musical annehme. Es ist ziemlich schwer, eine so erfüllende und herausfordernde Musicalrolle wie ­Rachel Marron zu finden. Ich kann alles zeigen, was ich gelernt habe und was ich liebe. Es wird schwer, diese Rolle zu toppen. Ich hoffe, ich darf auch im Film mal so spannende Rollen spielen.

Welcher Film muss unbedingt auch mal auf die Musicalbühne, damit Sie die Hauptrolle spielen können?
„A Star is born“. Dieser Film hat mich vor Kurzem umgehauen! Eine wunderbare Performance von Lady Gaga und Bradley Cooper. Gagas Rolle wäre eine Traumrolle. Und die Filmmusik ist genau mein Geschmack.

Sie spielen eine Show nach der anderen: Wie entspannen Sie am besten bzw. können abschalten?
Ich muss zugeben, dass ich während der Spielzeit nicht sonderlich viel mache, bevor ich ins Theater gehe, da mir die Rolle wirklich viel abverlangt. Aber ich liebe lange Spaziergänge mit meiner Hündin. Das ist für mich die ultimative Entspannung. Ansonsten liebe ich Boxen und Tennis. Das macht den Kopf frei.

Vielen Dank für das Gespräch.

Bodyguard – Das Musical

Ronacher, Seilerstätte 9, 1010 Wien
Alle Infos und Spielzeiten unter www.musicalvienna.at
Tageskasse: Mo–Sa 14 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertag an Vorstellungstagen 14 bis 18 Uhr

INTERVIEW: Nina Nekoui, FOTO: © VBW/Deen van Meer

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