Wie verbringt eine Familie ihre letzten Tage auf unserer Erde? Die neue Sky-Serie „8 Tage“ verwandelt den Überlebenskampf in ein packendes Endzeitdrama.

Das klingt gar nicht gut. Horus ist unterwegs Richtung Erde. Mit einer Geschwindigkeit von 30.000 km/h rast der 60 Kilometer große Asteroid auf die Erde zu. Berechnungen haben ergeben, dass er mitten in Europa einschlagen wird. Was das bedeutet, kann man sich leicht ausmalen. Die Überlebenschancen sind gleich. Ein ganzer Kontinent ist auf der Flucht.

Top-Cast und Star-Regie

Damit wäre der Handlungsrahmen für „8  Tage“, die neue Serie von Sky Original Productions, gesetzt. Für das jüngste Werk hat der Bezahlsender nicht nur einen hochkarätigen Cast verpflichtet. Die Regie übernahmen der österreichische Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky („Die Fälscher“) und Michael Krummenacher („Heimatland“). Sie jagen Darsteller und Besucher durch die letzten acht Tage in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist. Die Frage lautet: Wie werden sich die einzelnen Charaktere in dieser Ausnahmesituation verhalten? Im Trailer zur Serie werden gleich mal ein paar Optionen gelistet. Fliehen. Flehen. Gott suchen. Gott spielen. Bunker bauen. Grab schaufeln. Rette sich, wer kann.

Grillparty kurz vor dem Ende

Was würde eigentlich Regisseur Stefan Ruzowitzky tun, wenn er wüsste, dass er nur mehr kurz zu leben hätte? „Wahrscheinlich wäre es das Gescheiteste, du setzt dich mit Freunden, Kindern, Familie in den Garten und grillst. Genießt so ein bisschen Normalität. Wobei acht Tage lang Party und sich ansaufen, das ist echt anstrengend. Aber was man sich auf jeden Fall fragen müsste: Was auch immer es ist, warum mache ich das nicht jetzt, wenn mir das unwahrscheinlich wichtig wäre? Ich bin in einem Alter, wo ich das Gefühl habe, dass ich mein Leben gelebt habe. Ich bin jetzt nicht so jemand, der sagt: Als Junger habe ich so große Träume gehabt und da ist jetzt nichts davon in Erfüllung gegangen und ich habe das alles irgendwie nicht verwirklichen können. Ich habe einen Baum gepflanzt, Kinder gezeugt, Filme gemacht, somit habe ich auch nicht so eine panische Angst vor dem Tod.“

Familiendrama im Endzeitsetting

Im Zentrum der Serie stehen Physiklehrer Uli (Mark Waschke) und seine Frau, die Ärztin Susanne (Christiane Paul). Sie versuchen sich mit ihren Kindern Leonie (Lena Klenke) und Jonas (Claude Heinrich) in Richtung Sibirien durchzuschlagen. Ein gefährliches Unterfangen. Denn längst sind die Grenzen Richtung Osten dicht gemacht. Insgeheim glaubt Susanne immer noch, dass ihr Bruder Herrmann (Fabian Hinrichs) sie retten wird.

Auf der Flucht: Lena Klenke, Christiane Paul, Mark Waschke und Claude Heinrich (v. l. n. r.)

Doch der Regierungsbeamte hat die Chance, mit seiner hochschwangeren Frau Marion (Nora Waldstätten) in die USA ausgeflogen zu werden. Voller Gewissensbisse steht er vor der Entscheidung, Susanne und seinen Vater Egon (Henry Hübchen) in der Hölle zurückzulassen. Währenddessen sitzt Leonies beste Freundin Nora (Luisa-Céline Gaffron) in dem Bunker, den ihr gewalttätiger Vater Klaus (Devid Striesow) seit Monaten gebaut hat, und der pflichtbewusste Polizist Deniz (Murathan Muslu) versucht verzweifelt, in den letzten Tagen die Ordnung aufrechtzuerhalten. Mehr und mehr stellt sich für alle die Frage: Was ist mir im letzten Augenblick wirklich wichtig?

Starke Gefühle und große Erkenntnisse

Für die Darsteller waren die Dreharbeiten jedenfalls eine Achterbahnfahrt der Gefühle, wie Christiane Paul erzählt: „Wir waren ja alle in einer Ausnahmesituation und der Überbegriff ist der Weltuntergang. Als Schauspieler hangeln wir uns letztendlich von Situation zu Situation, die natürlich existenziell sind, durch diesen äußeren Druck. Das macht es für die Arbeit schon schön, aber auch wahnsinnig intensiv und anstrengend, weil man ja permanent diese Spannung aufrechterhalten muss. Es gibt ja nie eine Situation, wo man Kaffee trinkt miteinander und so ein entspanntes Gespräch hat. Es ist immer unter der Prämisse: Wir sterben, in sieben, sechs, fünf Tagen und wir müssen eine Lösung finden. Sich als Schauspieler mit dieser Situation auseinanderzusetzen, ist natürlich ein Geschenk.“

Ein besonderes Aha-Erlebnis gab es für die österreichische Schauspielerin Nora Waldstätten, die in „8 Tage“ in die Rolle der schwangeren Marion schlüpft – eine für sie ungewöhnliche Situation.

Nora Waldstätten spielt in der Serie die hochschwangere Marion.

„Ich fand es auch ganz faszinierend, hochschwanger spielen zu dürfen. In der Früh wurde mir immer der künstliche Bauch umgeschnallt und ich habe darum gebeten, dass der gut schwer ist, damit sich das auch realistisch anfühlt. Es war spannend, denn obwohl der Bauch zu 100 Prozent aus Plastik ist, habe ich, kaum hatte ich ihn umgeschnallt, angefangen ihn zu streicheln und gut auf ihn aufgepasst. Marion zu spielen, die ein Kind, ein Leben in sich trägt, und nicht zu wissen, ob es für dieses Kind eine Zukunft gibt und wenn, was für eine, das ist natürlich eine krasse Prämisse“, sagt Nora Waldstätten. „Normalerweise hat man ja so eine Range von null bis zwölf. Bei dem Projekt fängst du aber mindestens bei einer zehn an und landest dann letztlich bei einer 18, weil alles so hoch hängt. Das ist eine unglaubliche Herausforderung und gleichzeitig ein Riesengeschenk.“

In der Rolle des Physiklehrers Uli brilliert Mark Waschke, den die Zuseher unter anderem als Berliner Tatort-Kommissar Robert Karow kennen. Ihn hat vor allem die außergewöhnliche Stimmung der Serie nachhaltig beeindruckt. „Diese extreme Situation, wenn man denkt, man hat nur noch ein paar Tage zu leben, fand ich irre. Immer wieder dieses Unvorstellbare nachzuspüren. Es sind ja jetzt nicht nur zwölf Stunden und dann ist Schluss, wo man noch einen Kaffee trinkt und dann gehst du nicht mehr ins Bett“, sagt Mark Waschke. „Bei acht Tagen kippst du irgendwann nach drei, vier Tagen wegen Schlafmangel um. Du musst nochmal essen, trinken und dich kurz hinlegen. Es ist dieses Gefühl überhaupt so interessant, wenn du bei extremen Schicksalsschlägen, Einschnitten im Leben dieses Gefühl entwickelst, vielleicht wache ich morgen auf und es war nur ein schlechter Traum. Diese merkwürdige Stimmung in der Serie, die so rauf und runter mäandert, finde ich schon sehr skurril.“    

TV-Premiere am 1. März 2019 auf Sky

Weltpremiere feierte „8 Tage“ übrigens im Zoo-Palast im Rahmen der heurigen Berlinale, was die Bedeutung und den Stellenwert von Eigenproduktionen namhafter Pay-TV-Sender deutlich unterstreicht. Auch Stefan Ruzowitzky bestätigt uns diese These im Interview: „Das ist schon eine Frage, die wirklich an die Substanz der ganzen Filmbranche geht. Für uns Kreative ist zurzeit Goldgräberstimmung, weil es einerseits irre viel zu tun gibt und andererseits findet ein Paradigmenwechsel statt. Du hast jetzt nicht diesen ständigen Zwang, Kinotickets zu verkaufen, und nivellierst dich damit nach unten, weil du immer versuchst, den möglichst größten gemeinsamen Nenner zu finden. Bei einer Produktion wie ,8 Tage‘ geht es darum, einen Event zu schaffen, über den die Leute sprechen.“

Ob da die Kinos auf Dauer mithalten können, bleibt jedenfalls abzuwarten. 

TV-Premiere von „8 Tage“ ist am 1. März 2019 um 20.15 Uhr auf Sky 1 HD mit Folge 1 und 2. Danach folgt jeweils freitags um 21 Uhr eine neue Episode. Alle acht Episoden auf Abruf und im Stream gibt es mit Sky Ticket und Sky Go für Entertainment-Kunden.

Fotos: © Sky/Neuesuper/Stephan Rabold

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