Maria Theresia hat Österreich geprägt wie wenig andere Monarchen. Noch heute ist sie eine fast mythische Gestalt. 2017 rücken eine umfassende Ausstellung und ein  Buch mit Briefen die Habsburgerin in den Fokus.

Am 13. Mai 1717 wurde Maria Theresia geboren. Heute, 300 Jahre später, feiert ganz Österreich das Jubiläum der einflussreichen Monarchin. Die Ausstellung „Maria Theresia: Strategin – Mutter –Reformerin“ bringt ein außergewöhnlich umfangreiches Porträt in vier Locations. Die Ausstellung läuft noch bis zum 29. November 2017.

Ein Tipp für Sie: In der aktuellen Ausgabe des schau Magazins finden Sie ein ausführliches Interview mit der Maria-Theresia-Expertin Monica Kurzel-Runtscheiner, Direktorin der Kaiserlichen Wagenburg Wien.

Eine Ausstellung mit vier Schauplätzen

Auf Schloss Hof und Schloss Niederweiden widmet sich die Schau den Themen „Bündnisse und Feindschaften“ sowie „Modernisierung und Reformen“. Hier zeigen sich Licht- und Schattenseiten im Leben der Kaiserin. „Als Politikerin ist Maria Theresia durchaus ambivalent“, bilanziert Karl Vocelka, Universitätsprofessor i. R. des Instituts für Geschichte der Universität Wien: „Kriege, Leid und Intoleranz prägten ihre Regierungszeit ebenso wie nachhaltig wirksame Reformen und eine zukunftsweisende Modernisierung des Staates“, so der Kurator der beiden Standorte.

Im Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien widmet man sich den Themen „Familie und Vermächtnis“. Das Schicksal ihrer 16 Kinder ist hier ein zentraler Punkt. Auch wird das Rokoko der damaligen Zeit anschaulich dargestellt. Die vielen Mythen rund um die Monarchin sind ein weiteres Thema. Die Kaiserliche Wagenburg Wien hat „Frauenpower und Lebensfreude“ als Motto. Mit eigens entwickelter Visualisierung und ausgefeilter Lichtregie will man Kutschen, Schlitten und Gewänder Maria Theresias erlebbar machen.

Neus Buch zu Maria Theresia

Ein ganz intimer Blick auf eine Legende ist das Buch „Liebet mich immer – Briefe an ihre engste Freundin“. Damit ist Sophie Baronin Schack von Schackenburg gemeint. Sie war der Kaiserin beste Freundin und 86 großteils unveröffentlichte Briefe sind Zeugen dessen.

Höhepunkte im Buch sind die Abschnitte rund um die Hochzeit Leopolds mit der Spanierin Maria Ludovica in Innsbruck, wo die Baronin lebte. Auch wie sie sich vehement gegen Kriege in Polen, Ungarn und Bayern stemmt, ist eindrucksvoll. Die Baronin diente ihr als Vertrauensperson, der sie Dinge schreiben konnte, die sie wohl niemandem sonst kommunizieren würde. Wie das halt bei der besten Freundin so ist.

So entsteht ein berührendes Porträt Maria Theresias, sowohl ihrer schönen Zeiten als auch ihrer Schicksalsschläge. Die Depression nach dem Tod ihres Mannes und wie ihr die Briefe dabei halfen, ist besonders bewegend. Das Buch vermittelt sehr persönliche Eindrücke, etwa über die Kinder, gibt aber auch politische Einblicke. Wer gerne in die Welt der Habsburgerin eintauchen möchte, ist mit diesem Buch sehr gut beraten.

Maria Theresia – Liebet mich immer

Monika Czernin/Jean-Pierre Lavandier
Briefe an ihre engste Freundin
200 Seiten
ISBN 978-3-8000-7664-2
Preis 21,95 EUR
ueberreuter Sachbuch

 

FOTO: Edgar Knaack für SKB

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